
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 24.09.2026
Ein neues Hunde- oder Katzenfutter scheitert selten am Produkt. Es scheitert daran, dass nach sechs Wochen niemand im Raum sagen kann, ob der Launch funktioniert — und dann wird die Entscheidung aus dem Bauch getroffen. Mal wird eine Kampagne abgedreht, die gerade erst anfing zu tragen. Mal wird nachgelegt, obwohl niemand nachbestellt hat. Dieser Text ist der Ablauf, mit dem wir einen Futter-Launch in drei Blöcken à 30 Tage planen — mit Rabattcode-Schema, Hook-Wortlaut und einer Tabelle, die du direkt in die Planung kopieren kannst.

Weil Futter ein Wiederkaufprodukt ist. Der Erstkauf zeigt nur, ob deine Anzeige funktioniert hat. Ob das Produkt trägt, zeigt erst die zweite Bestellung — und bis dahin muss eine Packung aufgebraucht sein. Genau dafür brauchst du die 90 Tage, nicht für mehr Reichweite.
Das ist der Unterschied zu fast jedem anderen D2C-Produkt. Bei einer Tasche ist der Kauf die Entscheidung. Bei Futter ist der Kauf nur der Test: Der Hund frisst es oder nicht, die Katze dreht sich weg oder nicht, die Umstellung geht glatt oder eben nicht. Diese Antwort kommt frühestens nach zwei bis vier Wochen, die wirtschaftliche — bestellt derselbe Haushalt ein zweites Mal — nochmal einen Zyklus später.
Daraus folgt etwas Unbequemes: In den ersten 30 Tagen hast du keine belastbare Zahl zur Wirtschaftlichkeit, sondern Signale. Wer in dieser Phase nach Erstkauf-Rentabilität steuert, dreht regelmäßig die Kampagnen ab, die den Bestand aufbauen, und verlängert die, die einmalige Schnäppchenkäufer einsammeln. Mehr dazu in mehr Umsatz mit Tierfutter über Social Media.
Acht Dinge, und sie sind alle unspektakulär: Katalog, Rabattcodes je Creator, ein festes UTM-Schema, eine Frage im Checkout, die freigegebene Claim-Liste, die Musterlogistik, die Anzeigen-Freigaben der Creator und eine eigene Landingpage. Fehlt eines davon, kannst du später nicht mehr sauber auswerten.
Die Liste im Detail, in der Reihenfolge, in der wir sie abhaken:
LINA10. Ein gemeinsamer Launch-Code spart fünf Minuten und kostet dich die ganze Auswertung.utm_source=instagram&utm_medium=creator&utm_campaign=launch-q4&utm_content=lina-reel1. Wichtig ist nicht unser Schema, sondern dass es vor Tag 1 feststeht und niemand improvisiert.Von acht bis zwölf kleineren Creatorn, nicht von zwei großen. Im ersten Monat brauchst du keine Reichweite, sondern Varianz: verschiedene Tiere, verschiedene Haushalte, verschiedene Einstiege. Aus dieser Menge fällt heraus, welcher Blickwinkel trägt — und erst der wird im zweiten Monat zur Anzeige.
Der Denkfehler, mit dem die meisten Launches starten: Man sucht den einen Kanal mit der größten Followerzahl und hängt den Monat daran auf. Wenn dieses eine Video nicht zieht, ist der Monat weg und du weißt nicht einmal, warum — lag es am Creator, am Produkt, am Einstieg? Mit zehn Videos aus zehn Haushalten hast du nach vier Wochen eine Rangfolge statt einer Vermutung. Was die Auswahl kostet und wie sich Gagen in der Nische aufteilen, steht in Petfluencer-Kosten 2026.
Jeder Creator bekommt genau ein Video, aber alle zusammen decken drei Einstiege ab. Hier im Wortlaut, so wie wir sie ins Briefing schreiben:
Drei Einstiege, zehn Videos, also grob drei bis vier Varianten je Einstieg. Damit hast du im zweiten Monat eine echte Auswahl. Wie der Rest des Briefings aussieht, damit die Videos nicht abgelesen wirken, steht in Creator-Briefing für Tierfutter.
In den zweiten Monat geht nur, was im ersten organisch etwas gezeigt hat. Wir teilen das Budget dabei in Drittel: ein Drittel auf die zwei stärksten Videos, ein Drittel auf neue Varianten derselben Einstiege, ein Drittel auf Leute, die schon auf der Produktseite waren. Nichts davon ist Zufall.
Warum so: Das erste Drittel holt ab, was nachweislich funktioniert. Das zweite verhindert, dass du in vier Wochen ohne Material dastehst — ein Video, das im Monat zwei läuft, ist im Monat drei abgenutzt. Das dritte ist die billigste Gruppe im ganzen Aufbau: Leute, die das Produkt schon gesehen haben und beim Futter noch überlegen, ob sie ihrem Tier den Wechsel zumuten.
Ein Video fliegt bei uns nicht raus, weil es teuer ausliefert, sondern erst, wenn eine Variante desselben Einstiegs dauerhaft günstiger liefert. Das ist der Unterschied zwischen „der Einstieg funktioniert nicht" und „diese Umsetzung funktioniert nicht" — wer beides verwechselt, wirft den besten Blickwinkel weg, weil die erste Umsetzung schwach war.
Im selben Zeitraum wandern die Videos aus Monat eins von organischen Posts in Anzeigen. Bei TikTok bleibt die Interaktion dabei am organischen Beitrag: Views, Kommentare, Shares, Likes und neue Follower aus der Bewerbung werden dem ursprünglichen Post zugeschrieben (TikTok Ads Manager, abgerufen 24.09.2026). Für den Creator ist das ein Argument, für dich heißt es: Die Kommentarspalte unter der Anzeige ist dieselbe wie unter dem Post — jemand muss sie betreuen.
Skaliert wird, wenn die erste Kohorte nachbestellt — nicht, wenn der Umsatz steigt. Umsatz steigt auch dann, wenn du einfach mehr Geld in denselben Trichter schiebst. Der Nachkauf ist die einzige Zahl, die dir sagt, ob das Produkt selbst trägt oder nur die Anzeige.
Praktisch: Nimm die Käufer aus Woche 1 bis 4 als feste Gruppe und zähl, wie viele bis Tag 90 ein zweites Mal bestellt haben. Steigt die Quote, hast du ein Produkt. Bleibt sie flach, während der Umsatz wächst, kaufst du Erstkäufer ein — das wird teurer, je länger es läuft.
Zwei Zahlen aus unserer eigenen Arbeit, damit die Größenordnungen nicht im luftleeren Raum hängen. Für eine BARF-Marke sind aus 50.000 Euro Mediabudget über eine Million Euro Umsatz geworden. Einordnung: Die Marke hatte zu diesem Zeitpunkt ein eingeführtes Sortiment, einen eingespielten Shop und eine bestehende Käuferbasis — das ist die Ausgangslage einer laufenden Marke, kein Startwert für einen Launch und kein Wert, den wir zusagen. In einem zweiten Fall haben vier Creator über drei Monate mehr als 150.000 Euro Neukundenumsatz gebracht, ebenfalls für eine BARF-Marke. Einordnung: Auch hier gab es bereits eine funktionierende Produktseite und ein Sortiment, in das Neukunden hineinkaufen konnten; bei einem Einzelprodukt ohne Umfeld sieht die Rechnung anders aus.
Und der unbeliebte Teil: Wenn nach 90 Tagen weder die Nachkaufquote steigt noch die Auslieferung günstiger wird, ist mehr Budget die falsche Antwort. Dann steht eine Produktfrage im Raum — Gebindegröße, Preispunkt, Geschmacksrichtung — und die löst keine Kampagne.
Jede Kennzahl hat ein Datum, ab dem sie überhaupt etwas bedeutet. Vorher ist sie Rauschen und verleitet zu Entscheidungen, die man zwei Wochen später zurückdrehen muss. Diese Tabelle hängt bei uns in jedem Launch-Projekt und beantwortet die meisten Zwischenfragen, bevor sie gestellt werden.
| Zeitpunkt | Worauf du schaust | Woher die Zahl kommt | Was sie nicht beantwortet |
|---|---|---|---|
| Tag 7 | Wird das Video zu Ende geschaut | Plattform-Statistik des Creators | Ob jemand kauft |
| Tag 14 | Klicks auf die Produktseite je Creator | UTM-Parameter im Analyse-Tool | Ob der Klick zum richtigen Gebinde führt |
| Tag 30 | Erstbestellungen je Rabattcode | Shop-Backend, Code-Auswertung | Ob das Tier das Futter frisst |
| Tag 60 | Auslieferungskosten je Einstieg | Werbekonto, nach Hook gruppiert | Ob das Produkt wirtschaftlich ist |
| Tag 90 | Zweitbestellungen der Kohorte aus Woche 1–4 | Shop-Backend, nach Erstkaufdatum | Wie es bei doppeltem Budget aussieht |
Die vierte Spalte ist die wichtigste. Fast jeder Streit über einen Launch entsteht daraus, dass eine Zahl eine Frage beantworten soll, für die sie nicht gemacht ist.
Der Markt ist größer und der Content funktioniert genau andersherum. Im stationären Handel setzte Katzenfertignahrung in Deutschland 2025 gut 2,3 Milliarden Euro um, Hundefutter in den klassischen Vertriebswegen rund 1,8 Milliarden Euro. Trotzdem werden Katzenmarken bis heute mit Spielbüchern beworben, die für Hunde entwickelt wurden — und verschenken dabei den einen Moment, der bei der Katze zählt.
Die Zahlen dahinter: ZZF und IVH weisen für 2025 einen Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche von knapp 7 Milliarden Euro aus, davon rund 4,3 Milliarden Euro Fertignahrung und gut 1,5 Milliarden Euro über den Online-Handel. In 43 Prozent der Haushalte lebt mindestens ein Heimtier; Katzen kommen auf 15,7 Millionen Tiere in 24 Prozent der Haushalte, Hunde auf 10 Millionen in 20 Prozent (ZZF/IVH, Der deutsche Heimtiermarkt 2025, abgerufen 24.09.2026).
Inhaltlich unterscheidet sich vor allem, wer im Bild ist. Hundecontent lebt vom Mensch-Tier-Paar draußen: Spaziergang, Training, Alltag zu zweit. Katzencontent funktioniert ohne Mensch im Bild — die Kamera steht, die Katze kommt oder kommt nicht, und genau dieses Kommen oder Nicht-Kommen ist die Kaufentscheidung. Wer Katzenfutter mit Hundelogik bewirbt, stellt den Halter ins Bild und verschenkt den einzigen Moment, der zählt.
Entsprechend unterscheiden sich die Einstiege. Beim Hund: „Wir haben das Futter zwei Wochen mitgenommen, hier ist, was passiert ist." Bei der Katze: „Sie hat drei Sorten stehen lassen. Das hier ist Versuch vier." Der Hundehalter will wissen, ob es in seinen Alltag passt. Der Katzenhalter will wissen, ob seine Katze es überhaupt anrührt — das ist der ganze Einwand, und er gehört in die ersten drei Sekunden.
Fünf Fehler sehen wir bei fast jedem Launch, der erst zu uns kommt, nachdem er schiefgegangen ist. Keiner davon ist exotisch, alle sind vor Tag 1 vermeidbar, und keiner kostet ein paar Prozent Leistung — sie kosten Monate, weil man den Launch danach von vorn aufsetzen muss.
Unter sechs wird es dünn, weil einzelne Ausfälle — Tier frisst nicht, Video verspätet sich, Kanal liefert schwach — dann sofort die ganze Auswertung kippen. Acht bis zwölf ist der Bereich, in dem ein oder zwei Ausfälle das Bild nicht mehr zerstören.
Dann verschiebst du den Launch und nutzt die Zeit für die Musterrunde. Creator, die das Produkt vier Wochen vor Verkaufsstart bekommen, drehen ehrlicher, weil sie die Umstellung tatsächlich erlebt haben. Vorabversand ist der einzige Teil des Plans, der von Wartezeit profitiert.
Nicht als Voraussetzung. Ein Kanal mit dreihundert Followern verkauft nichts, kostet aber wöchentliche Produktion. Sinnvoller ist eine gepflegte Profilseite mit Sortiment, Antworten in den Kommentaren und den Creator-Videos als Beleg — der eigene Kanalaufbau kann im zweiten Quartal beginnen.
Länger als der Kampagnenzeitraum. Die Videos bringen den Erstkauf; ob daraus ein zweiter wird, entscheiden Produkt, Verpackung und die Wochen dazwischen. Deshalb gehört in jeden Launch-Plan auch, was nach der Lieferung passiert — Beipackzettel zur Umstellung, Erinnerung vor dem Aufbrauchen.
Wir arbeiten für bezahlte Kampagnen ab rund 3.000 Euro Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter ist der Aufwand für saubere Messung höher als der Erkenntnisgewinn — dann ist eine kleine Creator-Runde ohne Paid-Aufbau der ehrlichere Weg.
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Für Heimtier- und D2C-Marken, die bereits verkaufen und bei bezahlten Kampagnen ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat denken. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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