
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 21.10.2026
Kurz gesagt: Wenn du mit einer Futtermarke aus dem Ausland in Deutschland auf Social Media startest, kommen zuerst die Pflichten: deutsches Etikett, Verpackungsregister, Impressum auf den deutschen Profilen. Danach baust du einen eigenen deutschen Auftritt im Du-Ton, holst deutsche Creator für die ersten Videos und schaltest diese Videos als Anzeigen. Mit den Ergebnissen gehst du in die Gespräche mit dem Handel.
Eine Marke, die im Heimatmarkt funktioniert, bringt Produkte, Bildsprache und oft auch Budget mit. Was sie nicht mitbringt: deutsche Halterinnen und Halter, die den Namen kennen, Creator, die ihr vertrauen, und einen Handel, der auf sie wartet. Dieser Artikel ordnet die Schritte in eine Reihenfolge, in der du kein Geld für Reichweite ausgibst, bevor die Grundlagen stehen.
Was du in einem Video über Futter sagen darfst, steht ausführlich in Tierfutter-Claims in Creator-Werbung. Wie Creator-Beiträge gekennzeichnet werden, erklärt Werbekennzeichnung für Petfluencer. Den Ablauf ab dem ersten Verkaufstag beschreibt der 90-Tage-Plan für den Futter-Launch. Hier geht es um das, was davor kommt und was nur Marken aus dem Ausland betrifft.

Erst Pflichten, dann Auftritt, dann Reichweite. Etikett, Verpackungsregister und Impressum müssen stehen, bevor ein Creator dein Produkt in die Kamera hält. Danach folgen ein eigener deutscher Kanal, erste Creator-Videos, Anzeigen mit diesen Videos und zuletzt die Händlergespräche, in die du echte Ergebnisse mitbringst.
Die Reihenfolge ist wichtig, weil jeder Schritt den nächsten absichert. Ein Creator-Video mit einer Dose, deren Etikett nicht auf Deutsch ist, kannst du nicht als Anzeige verlängern. Eine Anzeige, die auf einen Shop ohne deutsche Versandkosten führt, verbrennt Budget. Und ein Händler fragt im ersten Gespräch, wie sich die Marke in Deutschland schon verkauft.
Vier Dinge: ein Etikett mit allen Pflichtangaben auf Deutsch, die Registrierung im Verpackungsregister LUCID, ein Impressum, das von jedem deutschen Profil aus erreichbar ist, und bei Ware aus einem Land außerhalb der EU die Klärung der Einfuhr. Fehlt eins davon, kann ein einzelnes Video den ganzen Start aufhalten.
Diese Checkliste ersetzt keine Rechtsberatung. Sie zeigt, welche Fragen du klären lassen solltest, bevor Geld in Reichweite fließt:
| Punkt | Was gilt | Warum es für Social Media zählt |
|---|---|---|
| Sprache auf dem Etikett | Pflichtangaben in der Amtssprache des Landes, in dem das Futter verkauft wird (Art. 14 VO (EG) 767/2009) | Jede Dose im Video ist Werbung. Ein fremdsprachiges Etikett im Bild wirft Fragen auf, die du in den Kommentaren nicht beantworten willst. |
| Name und Anschrift | Name und Anschrift des für die Kennzeichnung verantwortlichen Unternehmens gehören aufs Etikett (Art. 15 VO (EG) 767/2009) | Deutsche Käufer schauen nach, wer hinter einer unbekannten Marke steht. Eine Anschrift schafft Vertrauen. |
| Kontakt auf Heimtierfutter | Kostenfreie Telefonnummer oder ein anderes geeignetes Kommunikationsmittel auf dem Etikett (Art. 19 VO (EG) 767/2009) | Dieser Kanal muss Fragen auf Deutsch beantworten können, sonst landen sie in deinen Kommentaren. |
| Aussagen über Gesundheit | Futter darf nicht damit beworben werden, eine Krankheit zu verhindern, zu behandeln oder zu heilen (Art. 13 Abs. 3 VO (EG) 767/2009) | Claims, die im Heimatmarkt üblich sind, müssen vor der Übersetzung geprüft werden. Details im Claims-Artikel. |
| Verpackungsregister | Ein Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland, das verpackte Ware direkt an Endkunden in Deutschland liefert, muss seit dem 12.08.2026 (EU-Verpackungsverordnung PPWR und Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz) vor der ersten Lieferung einen Bevollmächtigten in Deutschland benennen. Die Registrierung im Register LUCID nimmt es trotzdem selbst vor. | Bevollmächtigter, Registrierung und Systembeteiligung müssen erledigt sein, bevor die erste Bestellung aus einer Anzeige verschickt wird. |
| Impressum | Anbieter geschäftsmäßiger digitaler Dienste müssen Name, Anschrift und schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit bereithalten (§ 5 DDG) | Lass klären, wie dein Impressum von den Unternehmensprofilen auf Instagram, Facebook und TikTok aus erreichbar ist. Üblich ist ein Link in der Profilinfo. |
| Einfuhr aus Drittländern | Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus Nicht-EU-Ländern laufen über eine Grenzkontrollstelle, mit Gesundheitsbescheinigung aus dem Ursprungsland und Voranmeldung | Liegt die Ware beim Zoll, kannst du keine Creator bemustern. Plane den Puffer ein, bevor du Termine mit Creatorn ausmachst. |
Nein. Eine Übersetzung trifft selten den Ton, den deutsche Halter auf Instagram und TikTok erwarten: Du statt Sie, kurze Sätze, Begriffe aus dem Futterregal statt aus dem Datenblatt. Und manche Wörter, die im Heimatmarkt harmlos sind, werden auf Deutsch zu einem Gesundheitsversprechen, das du nicht machen darfst.
Begriffe, bei denen eine wörtliche Übersetzung nicht reicht:
| Im Heimatmarkt | Auf dem Etikett | Im Video gesprochen |
|---|---|---|
| complete food | Alleinfuttermittel | „reicht als ganze Mahlzeit“ |
| complementary food | Ergänzungsfuttermittel | „als Snack“ oder „als Topping“ |
| wet food | Feuchtfutter | „Nassfutter“ oder „Feuchtfutter“ |
| treats | je nach Rezeptur Ergänzungsfuttermittel | „Leckerli“ oder „Snack“ |
| supports healthy joints | nur mit wissenschaftlichem Nachweis für genau dieses Produkt | heikel – vor dem Dreh prüfen lassen |
Für den Einstieg in Videos eignen sich bei unbekannten Marken Hooks, die die Skepsis direkt ansprechen. Vier Beispiele im Wortlaut:
Lege für Deutschland einen eigenen Kanal an, statt den internationalen Account zweisprachig zu führen. Wer auf einem Profil landet, auf dem jeder zweite Beitrag in einer anderen Sprache ist, sieht nicht, dass die Marke für ihn gemacht ist. Ein deutscher Absender macht auch die Anzeigen vertrauter.
Deutschland ist ein Katzenland und ein Ladenmarkt. Laut IVH und ZZF lebten 2025 rund 15,7 Millionen Katzen und 10 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Von knapp 7 Milliarden Euro Branchenumsatz liefen gut 5,3 Milliarden über den stationären Handel und gut 1,5 Milliarden online.
Für deinen Start heißt das zweierlei. Erstens: Wenn du Hunde- und Katzenfutter führst, ist die Katze im deutschen Feed die größere Zielgruppe, und Katzencontent braucht andere Creator als Hundecontent. Zweitens: 61 Prozent der Halterinnen und Halter kaufen laut derselben Erhebung sowohl im Laden als auch online. Wer nur auf den eigenen Shop setzt, verschenkt den Teil der Kaufentscheidungen, die vor dem Regal fallen. Fertignahrung machte 2025 im stationären Handel rund 4,3 Milliarden Euro aus.
Starte mit einer Gruppe deutscher Creator, deren Tiere zu deinem Futter passen, und schicke ihnen Ware mit deutschem Etikett. Der 90-Tage-Plan rechnet für den ersten Monat mit acht bis zwölf. Das Briefing schreibst du auf Deutsch, mit den erlaubten Formulierungen schwarz auf weiß. Die ersten Videos testen, welcher Einstieg trägt.
Wie du passende Accounts findest und prüfst, steht in Petfluencer finden. Für Marken aus dem Ausland kommen drei Punkte dazu:
Wie viel schon wenige Creator bewegen können, zeigt ein Projekt, das wir für eine BARF-Marke umgesetzt haben: vier Creator, drei Monate, über 150.000 Euro Neukundenumsatz. Einordnung: Das ist das Ergebnis eines einzelnen Projekts mit eigener Ausgangslage, eigenem Produkt und eigenem Budget, und es war kein Markteintritt aus dem Ausland. Es ist kein Richtwert und keine Zusage für deinen Start.
Schalte zuerst die Creator-Videos, die organisch am besten gelaufen sind, als Anzeigen auf Deutschland aus, mit Preisen in Euro und sichtbaren Versandkosten. Halte von Anfang an einen Teil des Budgets für neue Varianten frei. Mehr Budget gibt es erst, wenn die ersten Käufer nachbestellen, nicht schon, wenn der Umsatz steigt.
Vor dem ersten Euro prüfst du:
Wie du Creator-Videos zu Anzeigen machst und welche Formate dabei funktionieren, beschreibt der Launch-Plan ab Tag 31. Falls du dafür eine Agentur suchst: Wir arbeiten für bezahlte Kampagnen ab rund 3.000 Euro Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu.
Für Social Media ist ein Ort nötig, an dem man sofort kaufen kann. Das kann der eigene Shop oder ein Marktplatz sein. Der Handel kommt meist danach: Wer im Listungsgespräch belegen kann, dass Creator-Videos in Deutschland verkaufen, hat eine bessere Verhandlungsposition als mit Zahlen aus dem Heimatmarkt.
Bring in ein Händlergespräch drei Dinge mit: die Verkäufe aus Deutschland seit dem Start, die Kommentare deutscher Halter unter deinen Videos und den Plan, wie du nach der Listung Kunden ins Geschäft schickst. Laut IVH und ZZF kaufen 61 Prozent der Halter in beiden Kanälen. Social Media kann also auch dann Umsatz für den Laden machen, wenn der Klick im Shop endet.
Meist an der Reihenfolge. Die Fehler, die wir am häufigsten sehen: Anzeigen, bevor Etikett und Verpackungsregister erledigt sind, übersetzte Texte mit Gesundheitsversprechen, ein internationaler Account statt eines deutschen und Creator-Videos ohne Nutzungsrechte für Anzeigen. Jeder dieser Fehler kostet Wochen, und die fehlen dir genau dann, wenn die ersten Creator-Videos laufen sollten.
Dazu kommt ein Punkt, der oft untergeht: der Kundenservice. Wer Futter wechselt, hat Fragen zur Umstellung, zur Menge, zur Verträglichkeit. Wenn diese Fragen in den Kommentaren unbeantwortet bleiben, liest jeder neue Zuschauer mit. Plane vor dem Start, wer auf Deutsch antwortet und in welcher Zeit.
Unsere Arbeit im Heimtiermarkt kommt aus der laufenden Betreuung von RINTI und Miamor für die Finnern GmbH & Co. KG. Wenn du mit deiner Marke nach Deutschland willst, sprechen wir im Erstgespräch darüber, welche der Schritte du selbst machst und wo du Hilfe brauchst.
Für Werbung auf Social Media brauchst du keine eigene deutsche Gesellschaft. Du brauchst aber ein vollständiges Impressum mit deiner tatsächlichen Anschrift. Seit dem 12.08.2026 musst du für das Verpackungsrecht einen Bevollmächtigten in Deutschland benennen, bevor du lieferst. Die Registrierung im Register LUCID nimmst du trotzdem selbst vor.
Technisch ja, wenn die Nutzungsrechte es erlauben. Untertitelte Videos mit fremder Sprache und fremdem Etikett wirken auf deutsche Zuschauer aber wie Werbung von außen, und das Etikett im Bild entspricht nicht der Ware, die sie bekommen. Nutze sie als Lückenfüller, nicht als Hauptmaterial.
Österreich teilt Sprache und EU-Recht, deshalb lässt es sich oft früh ergänzen, wenn Versand und Preise stimmen. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied: Einfuhr, Preise und Versand funktionieren dort anders. Starte deshalb mit Deutschland allein und erweitere erst, wenn die ersten Anzeigen dort verkaufen.
Nicht zwingend ein neues Design, aber die Pflichtangaben müssen auf Deutsch sein. Ein mehrsprachiges Etikett geht, solange die deutschen Pflichtangaben vollständig sind. Achte darauf, dass die deutsche Fassung im Video lesbar ist, wenn ein Creator die Packung in die Kamera hält.
Die ersten Signale sind Kommentare und gespeicherte Beiträge unter den Creator-Videos. Verlässlich wird es erst mit Nachbestellungen: Kaufen die ersten Kunden ein zweites Mal, trägt die Marke. Wann das ist, hängt davon ab, wie lange eine Packung reicht. Der Ablauf dazu steht im 90-Tage-Plan.
Weiterlesen
Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

E-Mail oder Anruf – innerhalb von 24 Stunden hörst du von uns.