
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 06.11.2026
Kurz gesagt: Eine Produkttester-Aktion für Tierfutter bringt dir echte Fütterungserfahrungen, ehrliche Bewertungen und Videos, die du später als Anzeige nutzen kannst. Damit das klappt, wählst du Tester nach Tier und Fütterung aus statt per Los, lässt den Test mindestens vier Wochen laufen und sorgst dafür, dass jeder öffentliche Beitrag als Werbung gekennzeichnet ist.
Mit diesem Artikel planst du eine Testaktion von der Bewerbung bis zur Auswertung: mit den Feldern für das Bewerbungsformular, einer Auswahlmatrix, einem Vier-Wochen-Zeitplan, dem Text für die Begleitkarte im Paket und einer Rechnung, mit der du die Aktion vorher durchkalkulierst.
Gemeint ist hier die Aktion aus Sicht der Marke: Du suchst Hunde- und Katzenhalter, die dein Futter zu Hause testen. Wenn du stattdessen Creator mit Reichweite für bezahlte Videos suchst, ist das ein anderes Werkzeug; den Unterschied zeigt die Tabelle weiter unten.

Eine Testaktion liefert dir drei Dinge, die du sonst teuer einkaufst: Rückmeldungen echter Halter zu Akzeptanz und Verträglichkeit, erste Bewertungen für Shop und Handel und Fotos oder Videos aus dem Alltag, die nach Fütterung aussehen statt nach Werbung. Sie ersetzt keine Kampagne, sie liefert das Material dafür.
Der Bedarf ist da, auf beiden Seiten. Wer bei Google „produkttester hund“ eingibt, bekommt Vorschläge wie „produkttester hundefutter“, „hunde produkttester werden“ und „produkttester hundezubehör“ (Abruf 06.11.2026). Es suchen also Halter, die testen wollen. Deine Aufgabe als Marke ist, diese Leute mit einer Aktion zu erreichen, die zu deinem Futter und deinem Vertrieb passt.
Der Markt dafür ist groß: Laut IVH und ZZF lebten 2025 in Deutschland 15,7 Millionen Katzen und 10 Millionen Hunde, in 43 Prozent aller Haushalte mindestens ein Heimtier. 61 Prozent der Tierhaltenden kaufen sowohl im Laden als auch online ein. Bewertungen und Alltagsfotos sind also auch dann nützlich, wenn dein Futter vor allem im Regal steht, weil die meisten Halter auch online einkaufen.
Produkttester sind normale Halter, die ein Gratisprodukt bekommen und dafür Rückmeldung geben. Creator sind Personen mit Reichweite, die für Content bezahlt werden. Ein Gewinnspiel verlost Produkte nach Zufall. Die drei Formate haben unterschiedliche Ziele, Kosten und rechtliche Pflichten, deshalb solltest du sie nicht vermischen.
| Format | Wer macht mit | Was du bekommst | Worauf du achten musst |
|---|---|---|---|
| Produkttester-Aktion | Halter, die du nach Tier und Fütterung auswählst | Fütterungsfeedback, Bewertungen, Alltagsfotos und -videos | Kennzeichnung öffentlicher Beiträge, Umgang mit Bewertungen, Nutzungsrechte |
| Creator-Kooperation | Creator mit Community, die du bezahlst oder mit Produkt ausstattest | Reichweite und produzierter Content | Vertrag, Briefing, Kennzeichnung, Werbeaussagen zum Futter |
| Gewinnspiel | Alle, die teilnehmen; Gewinner per Zufall | Reichweite und Follower, kaum verwertbares Feedback | Teilnahmebedingungen, Datenschutz, Plattformregeln, Werbekennzeichnung |
Der Fehler, den wir am häufigsten sehen: Die Testplätze werden verlost. Dann bekommt das Futter, wer am schnellsten kommentiert, nicht wer einen Hund mit passendem Alter und passender Fütterung hat. Das Feedback ist danach kaum zu gebrauchen.
Über ein kurzes Bewerbungsformular, das du auf deinen eigenen Kanälen, im Newsletter, auf der Verpackung oder in einer kleinen Anzeige bewirbst. Das Formular fragt alles ab, was du für die Auswahl brauchst, und nichts darüber hinaus. Fünf Minuten Ausfüllzeit sind die Obergrenze, sonst springen genau die normalen Halter ab.
Diese Felder reichen für eine gute Auswahl:
Das letzte Feld ist wichtig. Nach Art. 7 Abs. 2 DSGVO muss eine Einwilligung, die zusammen mit anderen Erklärungen abgefragt wird, klar davon unterscheidbar sein. Ein einziges Häkchen für Teilnahme und Newsletter ist deshalb keine gute Idee. Das ist keine Rechtsberatung; lass Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweis vor dem Start prüfen.
Nach der Frage, ob das Tier zur Zielgruppe deines Futters passt, und erst danach nach Reichweite. Hilfreich ist eine einfache Punktematrix mit vier Kriterien, die du in einer Tabelle für jede Bewerbung ausfüllst. So entscheidest du nachvollziehbar und kannst später erklären, warum jemand keinen Platz bekommen hat.
| Kriterium | 2 Punkte | 1 Punkt | 0 Punkte |
|---|---|---|---|
| Passt das Tier zum Futter? | Alter, Größe und Tierart genau wie auf der Packung | Grenzfall, etwa ein älteres Tier bei Futter für erwachsene Tiere | Passt nicht, oder Diät beim Tierarzt |
| Aktuelle Fütterung | Gleiche Futterart wie deins, anderer Hersteller | Andere Futterart, Umstieg denkbar | Gerade erst umgestellt |
| Haushalt | Ein Tier, klar zuzuordnen | Zwei Tiere, getrennt gefüttert | Mehrere Tiere am selben Napf |
| Bereitschaft zur Rückmeldung | Fotos oder Videos zugesagt | Nur Fragebogen | Keine Angabe |
Vergib die Plätze von oben nach unten. Bei Gleichstand entscheidet die Mischung: Achte darauf, dass verschiedene Regionen und, bei Hundefutter, verschiedene Gewichtsklassen dabei sind. Reichweite ist ein Bonus, kein Kriterium. Wer 300 Follower hat und ein ehrliches Video vom ersten Napf schickt, ist für dich mehr wert als ein großer Account, der das Paket nur auspackt.
Plane mindestens vier Wochen ein. Die ersten ein bis zwei Wochen gehen für die Futterumstellung drauf, in der das neue Futter schrittweise unter das alte gemischt wird. Ein Urteil über Akzeptanz, Kot und Verträglichkeit ist erst danach sinnvoll. Wer nach einer Woche fragt, misst die Umstellung, nicht das Futter.
Ein tierärztliches Merkblatt der Tierklinik Hofheim zum Futterwechsel beim Hund nennt für die Umstellung in der Regel ein bis zwei Wochen, teils bis zu 14 Tage und länger. Daraus ergibt sich dieser Zeitplan:
Wer ein Gratisprodukt bekommt und öffentlich darüber postet, macht in aller Regel Werbung und muss sie kennzeichnen. Das Gesetz vermutet die Gegenleistung, ein Testpaket reicht dafür. Für Bewertungen gilt zusätzlich: Du darfst keine Bewertungen vorgeben oder fälschen, und wenn du Bewertungen veröffentlichst, musst du sagen, wie du ihre Echtheit prüfst.
Die Regeln im Einzelnen, ohne Rechtsberatung:
Ins Paket gehört genug Futter für vier Wochen bei dem Tier, das du ausgewählt hast, plus eine Begleitkarte mit Umstellungsplan, Zeitplan, Kontakt und dem Hinweis zur Kennzeichnung. Rechne die Menge aus der Fütterungsempfehlung auf deiner Packung und dem Gewicht aus der Bewerbung aus, damit niemand in Woche drei ohne Futter dasteht.
Diesen Text kannst du für die Begleitkarte übernehmen und anpassen:
„Danke, dass ihr mittestet. Mischt das neue Futter in den ersten Tagen nur in kleiner Menge unter das gewohnte und steigert dann langsam. Wenn es Bauchweh oder Durchfall gibt, geht einen Schritt zurück und schreibt uns. In Woche drei freuen wir uns über Fotos vom Napf, in Woche vier kommt ein kurzer Fragebogen. Wenn ihr öffentlich über den Test postet: Bitte schreibt ‚Werbung‘ gleich an den Anfang eures Textes und setzt bei Instagram das Label ‚Bezahlte Werbepartnerschaft‘, weil ihr das Futter von uns bekommen habt. Eure ehrliche Meinung ist uns wichtiger als eine gute Note.“
Leg außerdem eine kurze Notiz mit Ansprechpartner und Telefonnummer bei. Wenn ein Tier das Futter nicht verträgt, soll der Halter dich erreichen, nicht zuerst eine Ein-Stern-Bewertung schreiben.
Indem du die Nutzungsrechte vorher regelst. Ein Foto, das ein Tester dir schickt, darfst du nicht automatisch als Anzeige schalten. Kläre in den Teilnahmebedingungen oder in einer kurzen Einwilligung, wofür du Bilder und Videos nutzen darfst, wie lange und auf welchen Kanälen, und frag bei den besten Clips noch einmal einzeln nach.
Aus einer Testaktion entstehen meist drei Arten von Material. Erstens Zitate aus dem Fragebogen, die du wortwörtlich, mit Vornamen und Tiernamen und nur mit Erlaubnis zeigst. Zweitens Alltagsfotos für deinen Feed. Drittens einzelne Videos, die so gut sind, dass du mit dem Tester über eine bezahlte Nutzung als Anzeige sprichst. Solche Clips von Tierhaltern mit dem eigenen Tier, deren Nutzungsrechte du kaufst, heißen UGC (User Generated Content). Welche Klauseln dafür in einen Vertrag gehören, steht in UGC-Vertrag: Klauseln und Muster, und wie aus solchen Clips Anzeigen werden, in Creator-Ads für Tierfutter.
Wie viel aus Fütterungs-Content von echten Tierhaltern werden kann, zeigt ein Projekt von SKYLL: Mit vier Creatorn hat eine BARF-Marke über drei Monate mehr als 150.000 Euro Neukundenumsatz erzielt. Das waren Creator-Kooperationen über die eigenen Kanäle der Creator, zugeordnet über ihre Affiliate-Links und ohne bezahlte Anzeigen, bei einer Marke mit eingeführtem Produkt und funktionierendem Shop, keine Testaktion. Die Zahl ist deshalb kein Richtwert für Produkttester, sie zeigt nur, welchen Wert gutes Fütterungsmaterial von echten Tierhaltern haben kann.
Mit vier Posten: Warenwert der Testpakete, Versand, Werbung für das Bewerbungsformular und deine Arbeitszeit für Auswahl, Betreuung und Auswertung. Teile die Summe durch die Zahl der verwertbaren Ergebnisse, also Bewertungen und freigegebene Clips. So vergleichst du die Aktion mit dem, was dich ein bezahltes Video oder eine Bewertung über einen anderen Weg kosten würde.
Trag deine eigenen Werte ein und rechne zwei Fälle: einen, in dem die Hälfte der Tester liefert, und einen, in dem es ein Viertel ist. Wenn die Aktion nur im besseren Fall aufgeht, verkleinere sie lieber oder schärfe die Auswahl, bevor du Pakete verschickst. Für die Zeit danach, wenn aus den Ergebnissen eine Kampagne werden soll, hilft der 90-Tage-Plan für einen Futter-Launch.
Fang so klein an, dass du jeden Tester persönlich betreuen kannst, und plane so viele Pakete, dass jede Tierart und Größe, für die dein Futter gedacht ist, mehrfach vertreten ist. Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du am Ende pro Zielgruppe mehr als eine Rückmeldung hast.
Ja, das ist üblich und sinnvoll. Verbinde ihn aber nicht mit einer Bewertung oder einer guten Note. Und denk daran: Teilt ein Tester den Code öffentlich, ist auch das Werbung und muss gekennzeichnet werden, schon weil er das Testpaket bekommen hat.
Auswerten und ernst nehmen, nie löschen lassen. Wenn mehrere Tester dieselbe Schwäche nennen, etwa die Kroketten-Größe für kleine Hunde, ist das eine Information, die du sonst erst nach dem Launch bekommst. Schreib den Testern zurück, was du daraus machst.
Handelsplattformen und Händler haben teils eigene Testprogramme mit eigenen Regeln für Auswahl und Bewertungen. Die Kontrolle über Auswahl, Fragebogen und Nutzungsrechte hast du dort nicht. Für Content und Feedback ist eine eigene Aktion deshalb meist die bessere Wahl.
Ja. Ob eine Katze ein neues Futter annimmt, ist für dich die wichtigste Information, also frag im Fragebogen ausdrücklich, an welchem Tag sie das Futter zum ersten Mal ohne Mischen gefressen hat. Das Merkblatt oben bezieht sich auf Hunde; plane bei Katzen mindestens genauso viel Zeit für die Umstellung ein.
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