
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 05.10.2026
Du hast drei Petfluencer ausgesucht, die zu deiner Marke passen, und hängst am ersten Satz. „Hallo, wir lieben deinen Content“ klingt wie jede zweite Nachricht im Postfach eines Creators – und wird genauso behandelt. Dabei entscheidet die erste Nachricht oft darüber, ob du mit dem Creator sprichst, den du wolltest, oder mit dem, der übrig blieb.
Hier stehen vier Anfragen im Wortlaut – DM-Erstkontakt, Mail ans Management, Seeding-Anfrage und Nachfassen – plus eine Tabelle, was in die erste Nachricht gehört und was nicht. Wie du Creator vorher auswählst, steht in einem eigenen Artikel – hier geht es nur um die Nachricht danach.
Kurzfassung: Eine Anfrage, die beantwortet wird, nennt in den ersten zwei Zeilen einen konkreten Beitrag des Creators, sagt dann in einem Satz, was du willst (Format, Anzahl, Monat) und ob es bezahlt ist, und endet mit genau einer Frage. Alles andere – Briefing, Media Kit, Vertrag – kommt in der zweiten Runde.

Vier Dinge: welches Format du willst (Reel, Stories, TikTok, Kombination), in welchem Monat es laufen soll, ob du Honorar zahlst oder Produkt gegen Beitrag anbietest, und wer bei dir mit Namen unterschreibt. Ohne diese vier Punkte schreibst du „eine Zusammenarbeit“ an – und das ist der Satz, auf den niemand antwortet.
Anfragen werden oft nicht aus Faulheit vage, sondern weil intern nichts entschieden ist. Beim Geld musst du keinen Betrag kennen, aber die Art: bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding ohne Erwartung. Die drei Fälle brauchen drei verschiedene Nachrichten, deshalb stehen unten drei Vorlagen.
Kurz, konkret, mit Beweis in Zeile eins. Die Nachricht nennt einen bestimmten Beitrag und ein Detail daraus, sagt in einem Satz Format, Anzahl und Monat, nennt die Vergütungsart und stellt eine einzige Frage. Unter 120 Wörter. Ein Creator soll in zehn Sekunden erkennen, dass die Nachricht nur an ihn ging.
So schreiben wir solche Anfragen – Platzhalter in eckigen Klammern:
Warum sie funktioniert: Der erste Satz lässt sich nicht kopieren, also weiß der Creator, dass du seinen Kanal kennst. Der zweite beantwortet die drei Fragen, die er sonst stellen müsste: was, wann, bezahlt? Der letzte macht die Antwort billig: Ja, Nein oder Weiterleitung ans Management.
Als Mail mit vollständigen Eckdaten: Marke und Produkt, Leistung, Zeitraum, Nutzungsrechte, Exklusivität, Freigabe, gewünschtes Rückmeldedatum. Nach unserer Erfahrung bekommt die vollständige Anfrage das schnellere Angebot, weil jede fehlende Angabe eine Rückfrage kostet. Wer alles nennt, bekommt ein Angebot; wer „Was würde das kosten?“ schreibt, bekommt eine Preisliste.
Größere Accounts stehen bei einem Management unter Vertrag; die Adresse steht in der Bio oder im Media Kit. Hier wird nicht geplaudert, hier wird kalkuliert:
Warum sie funktioniert: Das Management kann daraus ohne Rückfrage ein Angebot bauen. Die getrennten Posten zeigen dir, was der Content kostet und was die Rechte, und du verhandelst einzeln. Siezt das Management auf seiner Website, siez zurück.
Indem du sagst, was es ist: ein Paket ohne Pflicht zu posten. Und indem du vorher darauf hinweist, dass ein Beitrag über das Paket für den Creator Werbung ist und in aller Regel so gekennzeichnet gehört. „Wir freuen uns, wenn du es zeigst“ ist keine Freundlichkeit, sondern eine unausgesprochene Erwartung.
Seeding kann gut funktionieren, wenn das Produkt wirklich überrascht. Es funktioniert nicht, wenn du hinterher doch einen Beitrag erwartest. Nach § 5a Abs. 4 UWG wird vermutet, dass ein Creator für einen Beitrag über eine Marke eine Gegenleistung bekommen hat – das Gegenteil muss er glaubhaft machen. Ein Gratispaket ist eine solche Gegenleistung; ein Beitrag darüber gehört deshalb in aller Regel als Werbung gekennzeichnet. Was davon an der Marke hängen bleibt, steht im Artikel zur Werbekennzeichnung bei Petfluencern.
Warum sie funktioniert: Es gibt keinen Haken, der später auftaucht, und der Kennzeichnungshinweis zeigt, dass du weißt, was du tust. Die Frage nach Unverträglichkeiten zeigt nebenbei, dass du über das Tier nachgedacht hast, nicht nur über die Reichweite.
Genau einmal, fünf bis sieben Werktage nach der ersten Nachricht, auf demselben Kanal, mit einer neuen Information und einem ausdrücklich erlaubten Nein. Kein zweites Nachfassen: Wer dreimal schreibt, wirkt aufdringlich – und Creator reden untereinander über Marken, die kein Nein hören wollen.
Warum sie funktioniert: Die neue Information gibt einen Grund, jetzt zu antworten. Das erlaubte Nein holt dir die Absagen rein, die du für die Planung brauchst. Wer per DM geschrieben hat und per Mail nachfasst, wirkt, als hätte er die Adresse irgendwo ausgegraben.
Rein gehört alles, was der Creator braucht, um Ja, Nein oder „Schreib meinem Management“ zu sagen: Bezug, Absender, Vorhaben, Vergütungsart, eine Frage. Raus bleibt alles, was erst nach einer Zusage Sinn ergibt: Briefing, Vertragsentwurf, Media-Kit-Anforderung, Betrag. Die zweite Nachricht hat Platz dafür.
| Gehört in die erste Nachricht | Gehört nicht hinein |
|---|---|
| Ein konkreter Beitrag des Creators und ein Detail daraus | „Wir lieben deinen Content“ – steht in jeder zweiten Anfrage |
| Dein Name, deine Rolle, die Marke – vom Markenaccount gesendet | Link-Sammlung zur Website, Pressemappe im Anhang |
| Format, Anzahl, Monat: „ein Reel und zwei Stories im November“ | „Eine Zusammenarbeit“ ohne Angabe, was gemeint ist |
| Vergütungsart: bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding ohne Pflicht | Der Betrag – er gehört in die zweite Runde |
| Bei Seeding: der Hinweis, dass ein Beitrag zu kennzeichnen ist | „Wir freuen uns, wenn du es zeigst“ – eine Erwartung ohne Vertrag |
| Genau eine Frage als nächster Schritt | Die Bitte um das Media Kit – das liest du, wenn der Creator Interesse hat |
| Höchstens 120 Wörter in der DM, eine Bildschirmseite in der Mail | Das Briefing – es kommt nach der Zusage, nicht davor |
Die Fehler, die uns in Anfragen am häufigsten begegnen: falsche Tiernamen aus kopierten Vorlagen, Anfragen per Kommentar unter einem Beitrag, „kein Budget, aber Reichweite“, versteckte Erwartungen beim Seeding, Nachfassen am nächsten Tag, und die Annahme, Nutzungsrechte seien im Honorar drin. Keiner davon ist böse gemeint, jeder kostet die Antwort.
Nach dem Ja kommen in dieser Reihenfolge: Zahlen prüfen (Media Kit oder Insights-Screenshots), Konditionen festhalten (Leistung, Rechte, Exklusivität, Freigabe, Kennzeichnung), Produkt verschicken, dann das Briefing. Wer das Briefing vor den Konditionen schickt, verhandelt am Ende über ein Video, das schon gedreht ist.
Was eine gute Auswahl wert ist, sieht man erst Monate später. Für eine BARF-Marke haben vier Creator in drei Monaten über 150.000 Euro Neukundenumsatz gebracht. Das war eine Marke mit einem erklärungsbedürftigen Produkt, die direkt an Hundehalter verkauft; der Umsatz lief über die Affiliate-Links der Creator, ohne bezahlte Anzeigen. Kein Richtwert für eine erste Kampagne – aber ein Hinweis darauf, was an der Auswahl der richtigen Creator hängt. Wenn du Auswahl und Ansprache abgeben willst: Das Formular für ein Erstgespräch steht direkt unter diesem Artikel.
Dann lies diesen Artikel einmal aus Markensicht und dreh ihn um: Marken antworten auf Anfragen, die konkret sind, ein Media Kit mitbringen und eine Idee zum Produkt enthalten. Was du dafür brauchst – vom Kanalaufbau bis zur Preisliste – steht in unserer Anleitung zum Petfluencer-Werden.
Vom Markenaccount, unterschrieben mit deinem Vornamen. Der Creator prüft das Absenderprofil, bevor er antwortet, und will dort Produkt, Impressum und echte Beiträge sehen. Ein privates Profil ohne Bezug zur Marke wirkt wie ein Fake, selbst wenn du Geschäftsführer bist. Mails kommen von einer persönlichen Firmenadresse, nicht von info@.
Aus unserer Erfahrung etwa das Dreifache: Ein Teil antwortet nicht, ein Teil sagt wegen Zeitraum oder Konkurrenzmarke ab, ein Teil passt nach dem Blick in die Zahlen doch nicht.
Nein, aber das Wort „bezahlt“ schon. Der Betrag hängt von Umfang, Rechten und Exklusivität ab, und die stehen in der ersten Nachricht noch nicht fest. Ausnahme: Festpreis-Kampagnen mit vielen kleinen Accounts – dann nenn den Betrag, das spart beiden Seiten eine Runde.
Ja, ab Zeile drei. Die ersten zwei Zeilen – Beitrag, Tiername, Detail – schreibst du jedes Mal neu. Das dauert fünf Minuten pro Creator und ist der Unterschied zwischen Anfrage und Serienbrief. Prüf vor dem Absenden, ob alle Platzhalter ersetzt sind.
Zwei Sätze, am selben Tag: „Danke für die schnelle Rückmeldung – schade, aber verstanden. Darf ich mich zur nächsten Kampagne im [Monat] wieder melden?“ Sagt der Creator Ja, startet deine nächste Anfrage bei jemandem, der dich schon kennt und weiß, dass du ein Nein akzeptierst.
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Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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