Petfluencer-Kooperation anfragen: Vorlagen für Marken (und was Creator wirklich lesen)

Luca Bräunling, SKYLL GmbH
Luca Bräunling
5. Oktober 2026
•
12 min
Frau sitzt mit ihrem Hund auf dem Bett und schreibt eine Nachricht am Smartphone

Du hast drei Petfluencer ausgesucht, die zu deiner Marke passen, und hängst am ersten Satz. „Hallo, wir lieben deinen Content“ klingt wie jede zweite Nachricht im Postfach eines Creators – und wird genauso behandelt. Dabei entscheidet die erste Nachricht oft darüber, ob du mit dem Creator sprichst, den du wolltest, oder mit dem, der übrig blieb.

Hier stehen vier Anfragen im Wortlaut – DM-Erstkontakt, Mail ans Management, Seeding-Anfrage und Nachfassen – plus eine Tabelle, was in die erste Nachricht gehört und was nicht. Wie du Creator vorher auswählst, steht in einem eigenen Artikel – hier geht es nur um die Nachricht danach.

Kurzfassung: Eine Anfrage, die beantwortet wird, nennt in den ersten zwei Zeilen einen konkreten Beitrag des Creators, sagt dann in einem Satz, was du willst (Format, Anzahl, Monat) und ob es bezahlt ist, und endet mit genau einer Frage. Alles andere – Briefing, Media Kit, Vertrag – kommt in der zweiten Runde.

Terrier-Mischling steht aufmerksam in einer Küche mit Holzboden und schaut zur Seite
Zeile eins der Anfrage handelt von diesem Hund, nicht von deiner Marke: Welches Video, welcher Moment, warum ist er dir aufgefallen.

Was muss feststehen, bevor du die erste Nachricht schreibst?

Vier Dinge: welches Format du willst (Reel, Stories, TikTok, Kombination), in welchem Monat es laufen soll, ob du Honorar zahlst oder Produkt gegen Beitrag anbietest, und wer bei dir mit Namen unterschreibt. Ohne diese vier Punkte schreibst du „eine Zusammenarbeit“ an – und das ist der Satz, auf den niemand antwortet.

Anfragen werden oft nicht aus Faulheit vage, sondern weil intern nichts entschieden ist. Beim Geld musst du keinen Betrag kennen, aber die Art: bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding ohne Erwartung. Die drei Fälle brauchen drei verschiedene Nachrichten, deshalb stehen unten drei Vorlagen.

Die fünf Bausteine einer Anfrage – in dieser Reihenfolge 1 Bezug Ein konkreter Beitrag des Creators und ein Detail daraus 2 Absender Dein Vorname, deine Rolle, die Marke – vom Markenaccount 3 Vorhaben Format, Anzahl, Monat: „ein Reel und zwei Stories im November“ 4 Rahmen Bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding – Rechte getrennt 5 Frage Ein nächster Schritt: Ja, Nein oder „schreib meinem Management“ Fünf Bausteine einer Anfrage 1 Bezug Ein konkreter Beitrag des Creators und ein Detail daraus 2 Absender Dein Vorname, deine Rolle, die Marke – vom Markenaccount 3 Vorhaben Format, Anzahl, Monat: „ein Reel und zwei Stories im November“ 4 Rahmen Bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding – Rechte getrennt 5 Frage Ein nächster Schritt: Ja, Nein oder „schreib meinem Management“
Die Reihenfolge ist Absicht: Der Bezug steht vor dem Absender, weil ein Creator zuerst wissen will, ob die Nachricht wirklich für ihn geschrieben wurde.

Wie sieht eine DM aus, die ein Creator beantwortet?

Kurz, konkret, mit Beweis in Zeile eins. Die Nachricht nennt einen bestimmten Beitrag und ein Detail daraus, sagt in einem Satz Format, Anzahl und Monat, nennt die Vergütungsart und stellt eine einzige Frage. Unter 120 Wörter. Ein Creator soll in zehn Sekunden erkennen, dass die Nachricht nur an ihn ging.

So schreiben wir solche Anfragen – Platzhalter in eckigen Klammern:

Vorlage 1 – DM-Erstkontakt (Instagram oder TikTok)

Hi [Vorname], ich bin [dein Vorname] von [Marke]. Dein Reel von [Wochentag], in dem [Tiername] [konkretes Detail, z. B. beim Zahnputzen den Kopf wegdreht], ist uns hängen geblieben – [ein Satz, warum].

Wir suchen für [Monat] drei bis vier Creator, die [Produkt] zwei Wochen lang füttern und danach ein Reel und zwei Stories dazu machen. Bezahlte Kooperation, Honorar plus Produkt, Nutzungsrechte besprechen wir getrennt.

Passt das grundsätzlich für dich? Dann schicke ich dir die Eckdaten per Mail – oder sag mir, an wen ich mich stattdessen wenden soll.

Warum sie funktioniert: Der erste Satz lässt sich nicht kopieren, also weiß der Creator, dass du seinen Kanal kennst. Der zweite beantwortet die drei Fragen, die er sonst stellen müsste: was, wann, bezahlt? Der letzte macht die Antwort billig: Ja, Nein oder Weiterleitung ans Management.

Wie schreibst du ein Creator-Management an?

Als Mail mit vollständigen Eckdaten: Marke und Produkt, Leistung, Zeitraum, Nutzungsrechte, Exklusivität, Freigabe, gewünschtes Rückmeldedatum. Nach unserer Erfahrung bekommt die vollständige Anfrage das schnellere Angebot, weil jede fehlende Angabe eine Rückfrage kostet. Wer alles nennt, bekommt ein Angebot; wer „Was würde das kosten?“ schreibt, bekommt eine Preisliste.

Größere Accounts stehen bei einem Management unter Vertrag; die Adresse steht in der Bio oder im Media Kit. Hier wird nicht geplaudert, hier wird kalkuliert:

Vorlage 2 – Mail an das Management

Betreff: Kooperationsanfrage [Marke] × [Creator-Name] – Reel + Stories im [Monat]

Hallo [Name],

wir sind [Marke], [ein Satz: was ihr herstellt und für wen]. Wir möchten mit [Creator-Name] zusammenarbeiten, weil [ein konkreter Grund, der sich auf den Kanal bezieht – z. B. weil sie seit zwei Jahren offen über das Futterumstellen ihres Hundes spricht].

Die Eckdaten:
– Leistung: 1 Reel (60–90 Sek.) + 2 Story-Slides mit Link, auf Instagram
– Zeitraum: Veröffentlichung zwischen [Datum] und [Datum]
– Produkt: [Produkt], wird vorab geschickt, Testphase mindestens 14 Tage
– Nutzungsrechte: organisch auf unseren Kanälen für 12 Monate; Paid-Nutzung als Anzeige bitte als eigenen Posten anbieten
– Exklusivität: keine andere [Hundefutter-/Katzenfutter-]Marke 4 Wochen vor und nach der Veröffentlichung
– Freigabe: ein Abstimmungsdurchgang vor Veröffentlichung, Kennzeichnung mit „Werbung“ als erstem Wort und dem Plattform-Label für bezahlte Partnerschaften

Könnt ihr uns bis [Datum, 5 Werktage] ein Angebot mit getrennten Posten für Content, Nutzungsrechte und Exklusivität schicken? Wenn [Creator-Name] im Zeitraum nicht frei ist, sagt gern, wann es passen würde.

Viele Grüße
[Vorname Nachname], [Rolle], [Marke] – [Telefonnummer]

Warum sie funktioniert: Das Management kann daraus ohne Rückfrage ein Angebot bauen. Die getrennten Posten zeigen dir, was der Content kostet und was die Rechte, und du verhandelst einzeln. Siezt das Management auf seiner Website, siez zurück.

Wie fragst du Seeding mit Gratisprodukt an, ohne zu tricksen?

Indem du sagst, was es ist: ein Paket ohne Pflicht zu posten. Und indem du vorher darauf hinweist, dass ein Beitrag über das Paket für den Creator Werbung ist und in aller Regel so gekennzeichnet gehört. „Wir freuen uns, wenn du es zeigst“ ist keine Freundlichkeit, sondern eine unausgesprochene Erwartung.

Seeding kann gut funktionieren, wenn das Produkt wirklich überrascht. Es funktioniert nicht, wenn du hinterher doch einen Beitrag erwartest. Nach § 5a Abs. 4 UWG wird vermutet, dass ein Creator für einen Beitrag über eine Marke eine Gegenleistung bekommen hat – das Gegenteil muss er glaubhaft machen. Ein Gratispaket ist eine solche Gegenleistung; ein Beitrag darüber gehört deshalb in aller Regel als Werbung gekennzeichnet. Was davon an der Marke hängen bleibt, steht im Artikel zur Werbekennzeichnung bei Petfluencern.

Vorlage 3 – Seeding-Anfrage mit Gratisprodukt

Hi [Vorname], ich bin [dein Vorname] von [Marke]. [Ein Satz Bezug auf einen Beitrag – z. B.: Dass du bei der Futterumstellung von [Tiername] jede Woche ein Update gepostet hast, fanden wir stark, auch die Woche, in der es nicht lief.]

Wir würden [Tiername] gern ein Paket [Produkt] schicken, [Menge, reicht für etwa X Tage]. Du musst dafür nichts tun und nichts posten – wir wollen ehrlich wissen, ob es ankommt, und freuen uns auch über ein kurzes „Nee, mag sie nicht“ per DM.

Ein Hinweis, damit es später keine Überraschung gibt: Falls du doch etwas dazu zeigst, zählt das Paket als Gegenleistung und der Beitrag gehört als Werbung gekennzeichnet. Das sagen wir lieber vorher.

Wenn du magst, schick mir eine Adresse – und sag Bescheid, falls [Tiername] etwas nicht verträgt, dann schicken wir die passende Sorte.

Warum sie funktioniert: Es gibt keinen Haken, der später auftaucht, und der Kennzeichnungshinweis zeigt, dass du weißt, was du tust. Die Frage nach Unverträglichkeiten zeigt nebenbei, dass du über das Tier nachgedacht hast, nicht nur über die Reichweite.

Wann und wie fasst du nach?

Genau einmal, fünf bis sieben Werktage nach der ersten Nachricht, auf demselben Kanal, mit einer neuen Information und einem ausdrücklich erlaubten Nein. Kein zweites Nachfassen: Wer dreimal schreibt, wirkt aufdringlich – und Creator reden untereinander über Marken, die kein Nein hören wollen.

Vorlage 4 – Nachfassen

Hi [Vorname], kurz nachgefragt zu meiner Nachricht von [Wochentag]. Neu seit letzter Woche: [eine konkrete Information – z. B. der Zeitraum steht jetzt fest auf KW 46–47 / zwei der vier Plätze sind vergeben / das Produkt ist ab sofort lieferbar].

Wenn es gerade nicht passt, reicht ein kurzes Nein – dann melde ich mich erst zur nächsten Kampagne wieder. Antwortet bis [Datum, 10 Werktage] niemand, vergebe ich den Platz anderweitig.

Warum sie funktioniert: Die neue Information gibt einen Grund, jetzt zu antworten. Das erlaubte Nein holt dir die Absagen rein, die du für die Planung brauchst. Wer per DM geschrieben hat und per Mail nachfasst, wirkt, als hätte er die Adresse irgendwo ausgegraben.

Was gehört in die erste Nachricht – und was nicht?

Rein gehört alles, was der Creator braucht, um Ja, Nein oder „Schreib meinem Management“ zu sagen: Bezug, Absender, Vorhaben, Vergütungsart, eine Frage. Raus bleibt alles, was erst nach einer Zusage Sinn ergibt: Briefing, Vertragsentwurf, Media-Kit-Anforderung, Betrag. Die zweite Nachricht hat Platz dafür.

Gehört in die erste NachrichtGehört nicht hinein
Ein konkreter Beitrag des Creators und ein Detail daraus„Wir lieben deinen Content“ – steht in jeder zweiten Anfrage
Dein Name, deine Rolle, die Marke – vom Markenaccount gesendetLink-Sammlung zur Website, Pressemappe im Anhang
Format, Anzahl, Monat: „ein Reel und zwei Stories im November“„Eine Zusammenarbeit“ ohne Angabe, was gemeint ist
Vergütungsart: bezahlt, Produkt gegen Beitrag oder Seeding ohne PflichtDer Betrag – er gehört in die zweite Runde
Bei Seeding: der Hinweis, dass ein Beitrag zu kennzeichnen ist„Wir freuen uns, wenn du es zeigst“ – eine Erwartung ohne Vertrag
Genau eine Frage als nächster SchrittDie Bitte um das Media Kit – das liest du, wenn der Creator Interesse hat
Höchstens 120 Wörter in der DM, eine Bildschirmseite in der MailDas Briefing – es kommt nach der Zusage, nicht davor

Welche Fehler sehen wir in Anfragen immer wieder?

Die Fehler, die uns in Anfragen am häufigsten begegnen: falsche Tiernamen aus kopierten Vorlagen, Anfragen per Kommentar unter einem Beitrag, „kein Budget, aber Reichweite“, versteckte Erwartungen beim Seeding, Nachfassen am nächsten Tag, und die Annahme, Nutzungsrechte seien im Honorar drin. Keiner davon ist böse gemeint, jeder kostet die Antwort.

  • Der falsche Tiername. Die Vorlage war für einen anderen Creator, und in Zeile eins steht noch dessen Hund. Danach liest niemand weiter.
  • Anfrage per Kommentar. „Schreib uns mal wegen Kooperation“ unter einem Reel ist öffentlich und wirkt wie Spam.
  • „Kein Budget, aber du bekommst Reichweite.“ Ein Creator mit Community hat Reichweite. Er braucht keine von einer Marke, die noch keine hat.
  • Seeding mit Haken. Paket schicken, zwei Wochen später fragen, wann der Beitrag kommt. Creator merken sich solche Marken.
  • Nachfassen nach 24 Stunden. Viele Creator beantworten Anfragen gebündelt neben einem anderen Job. Eine Woche ist das Minimum.
  • Nutzungsrechte „selbstverständlich“ annehmen. Wer die Anzeigenrechte mitdenkt, aber nicht nennt, verhandelt nach der Zusage ein zweites Mal – zu schlechteren Bedingungen.

Was passiert nach der Zusage?

Nach dem Ja kommen in dieser Reihenfolge: Zahlen prüfen (Media Kit oder Insights-Screenshots), Konditionen festhalten (Leistung, Rechte, Exklusivität, Freigabe, Kennzeichnung), Produkt verschicken, dann das Briefing. Wer das Briefing vor den Konditionen schickt, verhandelt am Ende über ein Video, das schon gedreht ist.

Was eine gute Auswahl wert ist, sieht man erst Monate später. Für eine BARF-Marke haben vier Creator in drei Monaten über 150.000 Euro Neukundenumsatz gebracht. Das war eine Marke mit einem erklärungsbedürftigen Produkt, die direkt an Hundehalter verkauft; der Umsatz lief über die Affiliate-Links der Creator, ohne bezahlte Anzeigen. Kein Richtwert für eine erste Kampagne – aber ein Hinweis darauf, was an der Auswahl der richtigen Creator hängt. Wenn du Auswahl und Ansprache abgeben willst: Das Formular für ein Erstgespräch steht direkt unter diesem Artikel.

Du bist Creator und willst Kooperationen bekommen?

Dann lies diesen Artikel einmal aus Markensicht und dreh ihn um: Marken antworten auf Anfragen, die konkret sind, ein Media Kit mitbringen und eine Idee zum Produkt enthalten. Was du dafür brauchst – vom Kanalaufbau bis zur Preisliste – steht in unserer Anleitung zum Petfluencer-Werden.

Häufige Fragen

Von welchem Account schreibe ich die DM – Markenaccount oder persönliches Profil?

Vom Markenaccount, unterschrieben mit deinem Vornamen. Der Creator prüft das Absenderprofil, bevor er antwortet, und will dort Produkt, Impressum und echte Beiträge sehen. Ein privates Profil ohne Bezug zur Marke wirkt wie ein Fake, selbst wenn du Geschäftsführer bist. Mails kommen von einer persönlichen Firmenadresse, nicht von info@.

Wie viele Creator frage ich an, wenn ich vier Plätze besetzen will?

Aus unserer Erfahrung etwa das Dreifache: Ein Teil antwortet nicht, ein Teil sagt wegen Zeitraum oder Konkurrenzmarke ab, ein Teil passt nach dem Blick in die Zahlen doch nicht.

Soll ich das Honorar schon in der ersten Nachricht nennen?

Nein, aber das Wort „bezahlt“ schon. Der Betrag hängt von Umfang, Rechten und Exklusivität ab, und die stehen in der ersten Nachricht noch nicht fest. Ausnahme: Festpreis-Kampagnen mit vielen kleinen Accounts – dann nenn den Betrag, das spart beiden Seiten eine Runde.

Darf ich dieselbe Vorlage an mehrere Creator schicken?

Ja, ab Zeile drei. Die ersten zwei Zeilen – Beitrag, Tiername, Detail – schreibst du jedes Mal neu. Das dauert fünf Minuten pro Creator und ist der Unterschied zwischen Anfrage und Serienbrief. Prüf vor dem Absenden, ob alle Platzhalter ersetzt sind.

Was schreibe ich, wenn ein Creator absagt?

Zwei Sätze, am selben Tag: „Danke für die schnelle Rückmeldung – schade, aber verstanden. Darf ich mich zur nächsten Kampagne im [Monat] wieder melden?“ Sagt der Creator Ja, startet deine nächste Anfrage bei jemandem, der dich schon kennt und weiß, dass du ein Nein akzeptierst.

Quellen

  • Bundesministerium der Justiz / juris: Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 5a Absatz 4 – Vermutung einer Gegenleistung bei Handlungen zugunsten eines fremden Unternehmens. Abgerufen 04.10.2026. gesetze-im-internet.de

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