
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 26.10.2026
Kurz gesagt: Eine gute Agentur für Influencer-Marketing mit Tierfutter erkennst du an drei Dingen: Sie prüft jede Produktaussage im Creator-Skript gegen das Futtermittelrecht, sie wählt Creator nach Community und Tierschutz statt nach Followerzahl, und sie regelt Nutzungsrechte und Werbekonto so, dass beides dir gehört. Die Checkliste und die Fragen unten zeigen dir im Erstgespräch, ob das stimmt.
Mit diesem Artikel kannst du zwei oder drei Agenturen nebeneinanderlegen und nach denselben Maßstäben bewerten, statt nach dem besten Pitch-Deck. Du bekommst acht Kriterien, sechs Fragen im Wortlaut, einen Bewertungsbogen zum Ausfüllen und die Warnzeichen, bei denen du das Gespräch beenden solltest.
Ob überhaupt eine Agentur die richtige Wahl ist oder ein Freelancer oder jemand im eigenen Team, klärt der Vergleich Agentur, Freelancer oder Inhouse. Wenn du schon eine Agentur hast und wechseln willst, steht der Ablauf mit Werbekonto und Übergabe in Social-Media-Agentur wechseln. Hier geht es um die Auswahl selbst, und zwar speziell für Hunde- und Katzenfutter.

Drei Dinge, die eine allgemeine Agentur selten mitbringt: Sie kennt das Futtermittelrecht und weiß, welche Aussagen über Futter verboten sind. Sie prüft Creator auf Tierschutz, etwa ob ein Kanal Qualzucht (Zucht auf Merkmale, die dem Tier schaden) unkritisch zeigt. Und sie denkt den Handel mit, weil das meiste Futter im Laden verkauft wird.
Zum dritten Punkt lohnt ein Blick auf die Zahlen. Laut IVH und ZZF erzielte der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel 2025 mit Heimtierbedarf gut 5,3 Milliarden Euro Umsatz, der Online-Handel gut 1,5 Milliarden Euro. Bei Fertignahrung lag der Lebensmitteleinzelhandel einschließlich Drogerien und Discountern bei mehr als 2,8 Milliarden Euro und einem Umsatzanteil von 66 Prozent. Eine Agentur, die nur in Rabattcodes für den eigenen Onlineshop denkt, verfehlt bei vielen Marken den Ort, an dem gekauft wird.
Dazu kommt die Tierart. 2025 lebten laut derselben Pressemeldung 15,7 Millionen Katzen und 10 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Katzencontent und Hundecontent laufen über verschiedene Creator, verschiedene Formate und oft verschiedene Plattformen. Frag deshalb nicht nur nach „Erfahrung mit Heimtier“, sondern nach Erfahrung mit genau deiner Tierart und Futterart.
Claim-Prüfung (Prüfung der Produktaussagen) im Briefing, Creator-Auswahl nach Community und Tierschutz, Nutzungsrechte für Anzeigen ab dem ersten Vertrag, Werbekonto in deinem Besitz, vorab festgelegte Messung, Anzeigen aus derselben Hand, Verständnis für den Handel und Referenzen mit Einordnung. Fehlt eins der ersten vier, ist die Agentur für Futter nicht geeignet.
| Kriterium | Woran du es erkennst | Warnzeichen |
|---|---|---|
| 1. Claim-Prüfung | Das Briefing nennt erlaubte und verbotene Aussagen, passend zur Futterart (Alleinfuttermittel als ganze Mahlzeit oder Ergänzungsfuttermittel wie Snacks) | „Der Creator soll es in eigenen Worten sagen“, ohne Vorgaben |
| 2. Creator-Auswahl | Zu jedem Vorschlag eine Begründung: wer folgt, welche Tierart, wie der Kanal mit Tierschutz umgeht | Listen mit Followerzahlen und sonst nichts |
| 3. Nutzungsrechte | Rechte für die Ausspielung als Anzeige stehen von Anfang an im Creator-Vertrag, mit Kanälen und Laufzeit | „Das klären wir, wenn ein Video gut läuft“ |
| 4. Werbekonto | Werbekonto, Seiten und Pixel (der Messcode auf deiner Website) laufen auf deine Firma, die Agentur bekommt Zugriff als Partner | Anzeigen laufen über ein Konto der Agentur |
| 5. Messung | Vor dem Start steht fest, woran Erfolg gemessen wird: Rabattcodes, Affiliate-Links (Links, die jeden Kauf einem Creator zuordnen), Zahlen im Werbekonto | Bericht mit Reichweite und Likes als einziger Kennzahl |
| 6. Anzeigen aus einer Hand | Die Agentur kann gute Creator-Videos selbst als Anzeige schalten und testen | Creator-Kampagne endet mit dem letzten Post |
| 7. Handel | Fragt, wo dein Futter verkauft wird, und plant Inhalte für Fachhandel, Drogerie oder Lebensmittelhandel mit | Jede Kampagne führt in den eigenen Shop, auch wenn der kaum verkauft |
| 8. Referenzen | Zahlen mit Ausgangslage und dem Hinweis, warum sie kein Richtwert sind | Garantierte Reichweiten oder Umsätze |
Warum die ersten vier K.-o.-Kriterien sind: Eine falsche Gesundheitsaussage in einem Creator-Video kannst du nicht nachträglich zurückholen, sobald es als Anzeige läuft. Futter darf nach EU-Recht nicht damit beworben werden, eine Krankheit zu verhindern, zu behandeln oder zu heilen. Welche Formulierungen im Alltag heikel sind, steht in Tierfutter-Claims in Creator-Werbung. Fehlende Nutzungsrechte und ein fremdes Werbekonto wiederum kosten dich später Geld oder Daten.
Stell Fragen, die nur beantworten kann, wer die Arbeit schon gemacht hat. Allgemeine Fragen nach „Erfahrung“ beantwortet jede Agentur mit Ja. Konkrete Fragen nach dem letzten gestrichenen Satz, dem letzten abgelehnten Creator oder der Laufzeit von Nutzungsrechten zeigen in wenigen Minuten, ob Wissen dahintersteht.
Sechs Fragen im Wortlaut, jeweils mit dem, worauf du in der Antwort achtest:
Mit einem Bewertungsbogen, den du für jede Agentur gleich ausfüllst: acht Kriterien, je null bis zwei Punkte, höchstens sechzehn. Null bei einem der ersten vier Kriterien schließt die Agentur aus, egal wie hoch die Summe ist. So entscheidest du nach Arbeitsweise, nicht nach Sympathie.
Der Ablauf in vier Schritten:
So füllst du den Bogen aus: Zwei Punkte gibt es, wenn die Agentur das Kriterium mit einem konkreten Beispiel belegt. Einen Punkt, wenn sie es glaubwürdig beschreibt, aber kein Beispiel hat. Null, wenn sie ausweicht oder es nicht kennt.
Beispielrechnung mit zwei Agenturen
Garantierte Reichweiten oder Umsätze, Creator-Listen ohne Begründung, ein Werbekonto auf den Namen der Agentur und Nutzungsrechte, die erst später geklärt werden sollen. Ebenso kritisch: Wenn im ganzen Gespräch niemand fragt, ob dein Futter ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel ist, fehlt das Fachwissen für Futterwerbung.
Du zahlst zwei Posten getrennt: das Honorar der Agentur und die Gagen der Creator, dazu die Nutzungsrechte für Anzeigen und gegebenenfalls das Mediabudget, also das Geld für die Anzeigen selbst. Honorare werden je nach Agentur als Monatspauschale oder Projektpreis vereinbart. Lass dir beide Posten immer getrennt aufschlüsseln, damit du Angebote vergleichen kannst.
Was Petfluencer, also Creator mit eigenem Tier im Mittelpunkt, je nach Größe verlangen und wie stark Nutzungsrechte und Exklusivität die Gage verändern, steht mit Marktspannen und Quellen in Petfluencer-Kosten 2026. Achte beim Vergleich darauf, ob ein Angebot die Gagen schon enthält oder nur das Honorar.
Ein Punkt, der in vielen Angeboten fehlt: das Budget, mit dem gute Creator-Videos als Anzeige weiterlaufen. Ohne dieses Budget endet die Wirkung eines Videos mit der Reichweite des Creators. Frag deshalb, ob die Agentur einen Vorschlag für die Ausspielung danach macht.
Ein Produkt, eine Tierart, wenige sorgfältig ausgewählte Creator und eine Kennzahl, die vorher feststeht. Dazu Nutzungsrechte, damit die besten Videos als Anzeige weiterlaufen können. So siehst du nach einem überschaubaren Zeitraum, wie die Agentur arbeitet, und hast Material, das du im Rahmen der vereinbarten Nutzungsrechte auch ohne Verlängerung weiter einsetzen darfst.
Prüfe im Testprojekt diese Punkte selbst, statt auf den Abschlussbericht zu warten:
SKYLL ist eine Social-Media-Agentur aus Nußloch bei Heidelberg mit Schwerpunkt auf Heimtiermarken. Für die Finnern GmbH & Co. KG haben wir Creator-Kampagnen für RINTI und Miamor umgesetzt. Wir wählen Creator nach Community und Tierschutz aus, prüfen Aussagen im Briefing und verlängern gute Videos als Anzeigen im Werbekonto der Marke.
Ein Beispiel für die Messung über Affiliate-Links: Für eine BARF-Marke (Rohfütterung mit Frischfleisch) haben vier Creator in drei Monaten über 150.000 Euro Neukundenumsatz gebracht. Ausgangslage war ein erklärungsbedürftiges Produkt: Wer beim Hundefutter auf BARF wechselt, braucht jemanden, der es glaubhaft vormacht, und genau das leisteten echte Halter mit ihren Hunden. Das Ergebnis hängt an dieser Marke, ihrem Produkt und den ausgewählten Creatorn und ist kein Richtwert für andere Futtermarken. Wie wir Creator-Kampagnen aufsetzen, steht auf unserer Seite zur Petfluencer-Agentur.
SKYLL arbeitet für bezahlte Kampagnen ab rund 3.000 Euro Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Über alles Weitere sprechen wir im Erstgespräch.
SKYLL ist eine Social-Media-Agentur mit Schwerpunkt auf Heimtiermarken und Petfluencer-Kampagnen. Um eine Spezialisierung zu prüfen, verlange zwei Belege: ein anonymisiertes Briefing aus einer Futterkampagne und einen Muster-Creatorvertrag mit geregelten Nutzungsrechten. An beiden siehst du schnell, ob die Agentur Futterwerbung kennt oder nur behauptet.
Wenn mehrere Creator laufen oder die Videos als Anzeige weiterlaufen sollen, ja: Eine abgemahnte Aussage oder ein Creator, dessen Community nicht kauft, wiegt bei kleinem Budget schwerer. Für eine einzelne Kooperation im Jahr ist Selbermachen oft günstiger. Dann nutzt du die Tabelle und die Fragen oben als eigene Checkliste.
Plattformen helfen beim Finden von Creatorn und bei der Abwicklung. Die Prüfung von Community und Tierschutz, das Briefing mit Claim-Prüfung, die Verhandlung der Nutzungsrechte und die Ausspielung als Anzeige musst du dann selbst übernehmen. Im Heimtierbereich ist gerade die Prüfung der Kanäle aufwendig. Wenn jemand in deinem Team das kann, kann eine Plattform reichen.
Dass Werbekonto, Seiten und Pixel deiner Firma gehören, wer die Creator-Verträge abschließt, welche Nutzungsrechte an Videos bei dir bleiben, wie lange die Kündigungsfrist ist und dass bei einem Ende der Zusammenarbeit alle Zugänge und Dateien herausgegeben werden. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Nicht zwingend, aber es spart einen Schritt. Gute Creator-Videos wirken oft erst richtig, wenn sie als Anzeige an Halter ausgespielt werden, die dem Creator nicht folgen. Kann die Agentur das nicht, brauchst du eine zweite Agentur oder jemanden im Team, und die Übergabe der Videos kostet Zeit.
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Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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