
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 21.10.2026
Die meisten Ratgeber zu Tierfutter-Marketing gehen von einem eigenen Onlineshop aus: Anzeige, Klick, Warenkorb, ROAS. Für einen großen Teil des Futtermarkts stimmt dieses Bild nicht. Zwei Drittel der Fertignahrung im stationären Handel gehen in Supermarkt, Discounter und Drogerie über die Kasse — dort, wo du keinen Pixel hast und keine Bestellbestätigung siehst. Dieser Text zeigt, was Social Media leisten muss, wenn der Kauf im Regal passiert: welche Einstiege die Packung ins Gedächtnis bringen, wie du den Effekt ohne Kassendaten misst und was du dem Händler im Jahresgespräch auf den Tisch legst.

Weil der Kauf dort passiert, wo du nichts siehst. Von 4,27 Milliarden Euro Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung im stationären Handel liefen 2025 rund 66 Prozent über Lebensmittelhandel, Drogerien und Discounter. Kein Pixel misst diesen Kauf, keine Anzeige bekommt ihn zugeschrieben — die Kennzahlen aus dem Werbekonto zeigen dir davon nichts.
Die Zahlen kommen aus dem jährlichen Marktbericht von ZZF und IVH. Fertignahrung brachte im stationären Handel 2025 zusammen 4.272 Millionen Euro, davon 2.820 Millionen im Lebensmittelhandel einschließlich Drogerien und Discountern und 1.452 Millionen (34 Prozent) im Fachhandel. Auch dort sieht kein Pixel die Kasse. Online kamen nach Schätzung der Verbände rund 1,52 Milliarden Euro über alle Heimtierprodukte dazu — eine Aufteilung nach Tierart gibt es dafür nicht, eine nach Futter und Zubehör weisen die Verbände nicht aus (ZZF/IVH, Der deutsche Heimtiermarkt 2025, abgerufen 21.10.2026).
Für Katzen ist das Gewicht noch größer: Katzenfutter kam im stationären Handel 2025 auf 2.315 Millionen Euro, davon 1.556 Millionen Feuchtfutter — also Schalen, Dosen und Beutel. Wer so ein Sortiment verkauft, gewinnt nicht im Warenkorb, sondern in den drei Sekunden vor dem Regal.
Sie muss dafür sorgen, dass die Packung beim nächsten Einkauf wiedererkannt wird. Das heißt: Packung im Bild, bevor der Daumen weiterwischt, Sorte und Händler genannt, eine Farbe und eine Form, die man im Regal wiederfindet. Ein Klick ist Nebensache — die Anzeige arbeitet für einen Kauf, der Tage später stattfindet.
Daraus folgt eine andere Bewertung als im Onlineshop. Die Tabelle stellt beide Logiken nebeneinander; die rechte Spalte ist die, nach der wir Handelsmarken aufsetzen.
| Marke mit eigenem Shop | Marke im Handel | |
|---|---|---|
| Ziel der Anzeige | Klick und Kauf jetzt | Wiedererkennen beim nächsten Einkauf |
| Was ins erste Bild gehört | Problem oder Einwand | Packung, Farbe, Sorte |
| Werbeziel bei Meta | Umsatz | Bekanntheit (Performance-Ziel Reichweite oder ThruPlay-Aufrufe), regional eingegrenzt |
| Hauptkennzahl | Umsatz pro Werbe-Euro | Abverkauf je Region, Suchinteresse |
| Wann du sie liest | täglich bis wöchentlich | nach zwei Einkaufszyklen |
| Handlungsaufforderung | „Jetzt bestellen“ | „Steht bei [Händler] im Regal“ |
Die letzte Zeile fehlt in den Anzeigen, die wir sehen, am häufigsten. Eine Anzeige, die nicht sagt, wo es das Futter gibt, schickt Interessierte zu Google — und dort steht oft ein Onlinehändler mit einem Konkurrenzprodukt daneben.
Einstiege, in denen die Packung selbst die Hauptrolle spielt — nicht das Tier allein und nicht der Halter. Vier Muster, die wir für Futter im Handel einsetzen, stehen unten im Wortlaut. Alle zeigen die Packung in der ersten Sekunde und verbinden sie mit einem Ort, an dem man sie kaufen kann.
Was die Creator dabei über das Futter selbst sagen dürfen, gehört vor den Dreh geklärt. Welche Aussagen bei Futter heikel sind, steht im Beitrag „Was Creator über Tierfutter sagen dürfen“; wie du den Regal-Shot ins Briefing schreibst, im Creator-Briefing für Tierfutter.
Mit zwei Werkzeugen, die nichts kosten außer Disziplin: einem regionalen Vergleichstest gegen die Abverkaufsdaten des Händlers und dem Suchinteresse an deiner Marke im Verhältnis zur Kategorie. Beides ersetzt keinen ROAS, aber beides beantwortet die Frage, die der ROAS bei Handelsware gar nicht stellen kann.
Werkzeug 1: der Regionaltest. Du wählst zwei Gebiete, die sich in Einwohnerzahl und Händlerdichte ähneln, zum Beispiel zwei Bundesländer oder zwei Postleitzahlbereiche. In einem laufen die Anzeigen, im anderen nicht. Dann vergleichst du den Abverkauf im selben Zeitraum mit dem Zeitraum davor. Die Rechnung ist einfach. Ein Rechenbeispiel mit ausgedachten Werten:
| Rechenbeispiel (ausgedachte Werte) | 4 Wochen vorher | 4 Wochen mit Anzeigen | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Region A, mit Anzeigen | 10.000 Packungen | 11.500 Packungen | +15 % |
| Region B, ohne Anzeigen | 8.000 Packungen | 8.400 Packungen | +5 % |
| Erwartung für A ohne Anzeigen | 10.000 × 1,05 = 10.500 Packungen | ||
| Zusätzlich durch Anzeigen | 11.500 − 10.500 = 1.000 Packungen | ||
Die 1.000 Packungen teilst du durch das Werbebudget in Region A — dann weißt du, was eine zusätzlich verkaufte Packung gekostet hat, und kannst das gegen deine Marge halten. Drei Regeln, damit der Test etwas taugt: Beide Regionen bekommen in dem Zeitraum dieselben Handelsaktionen. Der Test läuft mindestens zwei Einkaufszyklen deines Produkts. Und du legst vorher fest, ab welchem Unterschied du weitermachst — nicht hinterher.
Werkzeug 2: das Suchinteresse. Der Werbeeffektivitäts-Forscher Les Binet hat beim britischen Agenturverband IPA gezeigt, dass der Anteil einer Marke an den Suchanfragen ihrer Kategorie mit dem Marktanteil zusammenhängt und ihm tendenziell vorausläuft — in seinen Daten teils bis zu einem Jahr (IPA, 14.10.2020). Die Daten liefert Google Trends kostenlos. Trends zeigt keine absoluten Suchzahlen, sondern einen Index von 0 bis 100 relativ zu allen Suchanfragen in Region und Zeitraum (Google Trends-Hilfe, abgerufen 21.10.2026). Für dich heißt das: Vergleiche deinen Markennamen mit den zwei, drei Marken, die im Regal neben dir stehen, nicht mit Katzenfutter allgemein — und schau dir die Kurve über Monate an, nicht über Tage.
Binet selbst schränkt ein, dass der Zusammenhang nicht perfekt ist, weil vor allem der Preis die Kaufentscheidung mitbestimmt. Bei Futter im Discounter ist das kein Randeffekt. Deshalb ist das Suchinteresse dein Frühwarnsystem, der Regionaltest dein Beleg.
Als Beleg, dass deine Marke Nachfrage in seine Filialen bringt, nicht nur Ware ins Lager. Wer im Jahresgespräch einen Regionaltest mit Abverkaufszahlen und eine Planung für die Aktionswochen des Händlers vorlegt, verhandelt über Platzierung und Aktionen anders als jemand, der nur Listungsgebühren anbietet.
Die Liste, die wir vor einem solchen Gespräch durchgehen:
Wie sich so eine Planung in eine Gesamtstrategie einfügt — Kanäle, Content, Budget — haben wir im Beitrag „Mehr Umsatz mit Tierfutter“ beschrieben; dort geht es um den Weg vom Reel zum Nachkauf.
Den Erfolg am ROAS im Werbekonto zu messen, obwohl der Kauf im Supermarkt, Discounter oder Fachmarkt an einer Kasse ohne Pixel stattfindet. Gleich danach: Anzeigen ohne Packung im ersten Bild und ohne Hinweis, wo es das Futter gibt. Beides lässt sich in einer Woche beheben und kostet kein zusätzliches Budget.
Wenn du das für deine Marke aufsetzen willst, findest du auf unserer Seite für Heimtier-Marken, wie wir arbeiten.
Nein. Für den Regionaltest reichen Abverkaufsdaten des Händlers. Ein Shop hilft beim Lernen, weil du dort schneller Rückmeldung bekommst — aber die Verbände weisen den Onlineumsatz nur als Gesamtschätzung für alle Heimtierprodukte aus, ohne Aufteilung nach Futter oder Tierart. Wie groß dein Online-Anteil sein könnte, sagt dir also keine Marktstatistik.
So viel, dass die Testregion über den Zeitraum spürbar erreicht wird. Wir arbeiten für bezahlte Kampagnen ab rund 3.000 Euro Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter wird der Unterschied zwischen den Regionen oft so klein, dass er im normalen Schwanken des Abverkaufs verschwindet.
Für Handelsware eher das Werbeziel Bekanntheit mit dem Performance-Ziel Reichweite oder ThruPlay-Aufrufe als das Werbeziel Umsatz. Das Umsatzziel optimiert auf Käufe, die der Pixel sieht — bei Regalware sind das kaum welche, also lernt die Kampagne an den falschen Signalen. Wichtiger als das Ziel ist die regionale Eingrenzung auf die Gebiete, in denen du gelistet bist.
Nur eingeschränkt. Bei kleinen Marken sehen wir in Trends oft Nullwerte oder stark springende Kurven. Dann wechselst du auf einen längeren Zeitraum oder vergleichst nur mit der direkten Konkurrenz. Für sehr kleine Marken ist der Regionaltest das verlässlichere Werkzeug.
Ja, mit einem Unterschied: Beim Hund machen Snacks im stationären Handel 768 von 1.753 Millionen Euro Futterumsatz aus, bei der Katze Snacks und Katzenmilch 380 von 2.315 Millionen (ZZF/IVH, 2025). Snacks sehen wir öfter als Mitnahme im Gang. Dafür zählt der Griff ins Regal im Video noch mehr.
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Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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