Irgendwann steht die Frage im Raum: Machen wir Social Media selbst, holen wir uns jemanden auf Honorarbasis, oder geben wir es an eine Agentur? Die Antwort hängt weniger am Budget als an drei anderen Dingen – daran, wie regelmäßig Material entstehen muss, wer im Zweifel entscheidet, und was passiert, wenn die eine Person ausfällt, die alles macht.
Wir sind eine Agentur. Das solltest du beim Lesen wissen. Trotzdem raten wir regelmäßig ab – weil eine Zusammenarbeit, die sich nicht rechnet, uns genauso wenig bringt wie dir.
Inhouse: wenn jemand da ist, der es wirklich kann
Inhouse ist der beste Weg, wenn du jemanden hast, der drei Dinge gleichzeitig beherrscht: Content produzieren, Kampagnen bedienen und Community betreuen. Diese Person kennt eure Produkte besser als jede Agentur je wird, ist im Zweifel in fünf Minuten am Lager und braucht keine Freigabeschleife.
Der Haken liegt selten bei den Ideen. Er liegt bei der Regelmäßigkeit. Wer Social Media „nebenbei“ macht, verliert es als erstes, sobald das Tagesgeschäft drückt – und drei Monate ohne Veröffentlichung kosten mehr als jedes Honorar. Der zweite Haken: Eine einzelne Person deckt selten alle drei Disziplinen wirklich ab. Wer gut dreht, mag keine Werbekonten. Wer Werbekonten mag, dreht ungern.
Passt, wenn: du eine feste Stelle dafür hast, nicht eine halbe Aufgabe nebenbei.
Freelancer: der schnellste Einstieg, mit einem Klößchen-Risiko
Ein guter Freelancer ist günstiger als eine Agentur, schneller verfügbar und oft näher am Handwerk als jedes Team. Für eine klar abgegrenzte Aufgabe – Videoschnitt, Grafik, ein Kampagnen-Setup – ist das meistens der effizienteste Weg.
Das Risiko ist die Abhängigkeit von einer Person. Urlaub, Krankheit, ein besser zahlender Kunde, und dein Kanal steht. Dazu kommt die Schnittstellenfrage: Wenn Content, Ads und Community bei drei verschiedenen Freelancern liegen, koordinierst am Ende du – und das ist die Arbeit, die du eigentlich abgeben wolltest.
Passt, wenn: du eine abgegrenzte Aufgabe vergibst und jemanden im Haus hast, der das Ganze zusammenhält.
Agentur: teurer, aber ausfallsicher
Eine Agentur kostet mehr als ein Freelancer, weil mehrere Leute an einem Projekt arbeiten – jemand für Content, jemand fürs Werbekonto, jemand für die Community, jemand als fester Ansprechpartner. Dafür bekommst du drei Dinge, die du sonst nicht bekommst: Es läuft weiter, wenn einer ausfällt. Die Disziplinen sind aufeinander abgestimmt, statt nebeneinander her zu laufen. Und es gibt Erfahrung aus vergleichbaren Projekten – was in einer anderen Kategorie schon funktioniert hat, muss bei dir nicht erst erfunden werden.
Der ehrliche Nachteil: Eine Agentur ist immer einen Schritt weiter weg von deinem Produkt. Und sie kostet auch in den Monaten, in denen wenig passiert.
Passt, wenn: du regelmäßig Material brauchst, mehrere Disziplinen gleichzeitig laufen sollen und Ausfallsicherheit einen Wert hat.
Was es tatsächlich kostet – und was oft vergessen wird
Öffentlich einsehbare Agenturangebote in Deutschland reichen von rund 300 bis über 20.000 Euro im Monat, für nominell dieselbe Leistungsbeschreibung. Der Preis hängt fast vollständig am Umfang: Drehtage, Menge produzierter Videos, Anzahl betreuter Kanäle, Community-Management, laufende Kampagnen.
Zwei Posten werden beim Vergleichen regelmäßig übersehen. Erstens das Mediabudget – das Geld, das an Meta oder TikTok fließt, ist kein Honorar und gehört in eine eigene Zeile. Zweitens die Zeit auf deiner Seite: Abstimmung, Freigaben, Material bereitstellen, Fragen beantworten. Die fällt bei allen drei Wegen an, inhouse am meisten.
Mehr zur Kostenseite steht in unserem Beitrag Social Media Werbung für KMU: Budget clever einsetzen.
Die Frage, die alles entscheidet
Nicht „was kostet es“, sondern: Wie viel Material brauchst du pro Monat, damit überhaupt etwas passiert? Wer vier bis acht Videos monatlich braucht, um Anzeigen am Laufen zu halten, schafft das nebenbei nicht – unabhängig vom guten Willen. Wer zwei Beiträge im Monat veröffentlichen will, braucht keine Agentur.
Beantworte diese Frage ehrlich, und der Rest ergibt sich fast von selbst.
Nächster Schritt
Wir sehen uns im Erstgespräch an, wie viel Material dein Vorhaben braucht und wer das leisten kann – auch wenn die Antwort ist, dass du es besser selbst machst. Wie eine Zusammenarbeit bei uns konkret abläuft, steht im Beitrag So läuft die Zusammenarbeit ab.


