
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 05.10.2026
Die Zahlen im Reporting sehen gut aus, im Vertrieb merkt niemand etwas davon. Du willst die Social-Media-Agentur wechseln – und weißt nicht, wem das Werbekonto gehört, wo der Pixel liegt und ob du die Videos weiterverwenden darfst. Hier steht die Reihenfolge: erst prüfen, was dir gehört, dann kündigen, dann übergeben. Mit Checkliste pro Plattform, Zeitplan in Wochen und der Mail an die alte Agentur zum Kopieren.

Fällig ist der Wechsel, wenn du die Zahlen nicht nachvollziehen kannst, keinen eigenen Zugriff aufs Werbekonto hast oder seit Monaten dieselben Anzeigen laufen. Nicht an der Agentur liegt es, wenn Angebot, Landingpage oder deine Reaktionszeit auf Anfragen das Problem sind – das löst keine neue Agentur.
Drei Dinge sehen wir fast immer bei Unternehmen mit bestehender Agentur: Das Reporting zeigt Reichweite und Klicks, aber niemand weiß, wie viele Anfragen daraus wurden. Aufs Werbekonto kommst du nur über die Agentur – auf Nachfrage kommt ein PDF, kein Login. Und die Anzeigen vom Frühjahr laufen noch.
Die Gegenprobe: Bleiben Anfragen drei Tage unbeantwortet, erklärt die Landingpage das Kaufargument nicht oder ist das Budget zu klein für die Lernphase, wechselst du die Agentur und behältst das Problem. Lass das Konto vorher von jemandem ansehen, der nichts verkaufen muss – wir machen das im Erstgespräch. Ob eine Agentur überhaupt das richtige Modell ist, klärt „Agentur, Freelancer oder Inhouse“.
Dem Business-Portfolio, in dem sie angelegt wurden – nicht dem, der sie bedient. Bei Meta kann ein Werbekonto im Verhältnis zu einem Unternehmen nur Eigentum oder Agenturzugriff sein; ein bestätigtes eigenes Konto lässt sich nicht aus dem Portfolio lösen. Deshalb entscheidet der Tag der Einrichtung über deine Position beim Wechsel.
Alle drei Plattformen trennen Eigentum von Zugriff. Bei Meta hängen Werbekonto, Pixel beziehungsweise Datensatz, Facebook-Seite und Instagram-Konto an einem Business-Portfolio; die Agentur bekommt Partnerzugriff. Metas Dokumentation nennt das Owner gegenüber Agency – und eigene, bestätigte Werbekonten kann ein Unternehmen nicht aus seinem Portfolio entfernen. Hat die Agentur das Konto angelegt, bleibt es bei ihr; du bekommst Zugriff, kein Eigentum.
TikTok erlaubt die Übertragung eines Werbekontos zwischen Business Centern – wenn das abgebende Eigentümer ist und das Konto ein freigegebenes Auktionskonto. Laufende Kampagnen werden dabei pausiert; Pixel, Kataloge und Zielgruppen wandern nicht automatisch mit. Bei LinkedIn beanspruchst du Werbekonten über den Business Manager per Konto-ID; die Account-Manager des Kontos müssen zustimmen.
| Was | So soll es stehen | So steht es, wenn es schiefgeht |
|---|---|---|
| Meta Business-Portfolio | Zwei Personen aus deinem Haus mit voller Kontrolle | Volle Kontrolle nur bei der Agentur |
| Meta-Werbekonto | Eigentümer ist dein Portfolio, Agentur hat Partnerzugriff | Eigentümer ist das Agentur-Portfolio |
| Pixel / Datensatz | In deinem Portfolio angelegt | Im Agentur-Portfolio angelegt, mit dir nur geteilt |
| Facebook-Seite, Instagram-Konto | Eigentümer ist dein Portfolio | Vom Agentur-Portfolio beansprucht |
| Zahlungsmethode | Firmenkarte oder Rechnung in deinem Konto | Deine Karte hängt in einem fremden Konto |
| Zielgruppen, Kundenlisten, Kataloge | In deinem Konto beziehungsweise Portfolio | Im Agentur-Konto hochgeladen |
| LinkedIn-Seite und Campaign Manager | Super-Admin und Billing Admin aus deinem Haus | Agentur ist einziger Super-Admin oder Billing Admin |
| TikTok Business Center | Werbekonto „Owned by this Business Center“ | Werbekonto „Owned by partner“ |
Du hast keinen eigenen Login, sondern bekommst Screenshots. Die Rechnung für das Mediabudget kommt von der Agentur statt von Meta, LinkedIn oder TikTok. Beim Nachsehen steht ein fremder Portfolio-Name als Eigentümer. Und niemand aus deinem Haus könnte die Agentur morgen aus dem Konto entfernen.
Pro Plattform: Eigentum prüfen, Rollen auf dein Haus übertragen, Zahlungsmethode auf dich, Partnerzugriff der neuen Agentur einrichten, den der alten entfernen. Dazu Kataloge, Zielgruppen und Pixel-Verknüpfungen kontrollieren, Creatives samt Rohmaterial und Nutzungsrechten einsammeln und die Reporting-Historie exportieren, bevor der Zugang endet.
Woche 0: Eigentum und Zugänge prüfen, noch nicht kündigen. Woche 1: Kündigung und Herausgabe-Mail. Woche 1 bis 4: Übergabe parallel, Exporte sichern, neue Agentur liest mit. Woche 4: Stichtag, Zugriffe umstellen. Woche 5 bis 8: Lernphase, nichts umbauen. Woche 9 bis 12: erste belastbare Zahlen.
Woche 0 – prüfen, nicht kündigen. Geh die Tabelle oben durch: gehört mir, gehört der Agentur, unklar. Was sich jetzt noch klären lässt – Firmenkarte, zweite Person mit voller Kontrolle, Super-Admin auf LinkedIn –, klärst du vor dem Kündigungsschreiben.
Woche 1 bis 4 – Kündigung, Herausgabe-Mail, Übergabe parallel. Die Kündigung geht so raus, wie der Vertrag es verlangt; die Herausgabe-Mail (Vorlage unten) listet, was du bis wann brauchst. Die alte Agentur betreut weiter, die neue bekommt Lesezugriff und sichert Exporte, Zielgruppen, Kampagnenstruktur und Creatives. Ein eigener Pixel läuft ab jetzt parallel.
Woche 4 – Stichtag. An einem Tag: Partnerzugriffe der alten Agentur entfernen, Schreibrechte der neuen aktivieren, Passwörter geteilter Logins ändern. Nicht freitags.
Woche 5 bis 12 – Lernphase, dann Zahlen. Nach größeren Änderungen lernt der Algorithmus neu. TikTok beziffert das in seiner Hilfe: Die Schwankungen nehmen typischerweise nach etwa 25 Kampagnenergebnissen oder 7 Tagen ab; Pausieren, Umbauten und unpassende Budgets verlängern die Phase. Bleibt das Werbekonto dasselbe, bleibt die Historie – jede neue Struktur fängt trotzdem bei null an. Deshalb baut eine neue Agentur anfangs wenig um; warum wir mit vier bis sechs Wochen rechnen, bis Zahlen belastbar sind, steht in „So läuft die Zusammenarbeit ab“. Ab Woche 9 vergleichst du: gleiche Kennzahl, gleicher Zeitraum.
Sachlich, mit Frist, mit nummerierter Liste und ohne Vorwürfe. Du nennst den Vertrag und das Enddatum, listest Zugänge, Eigentumsübertragungen, Dateien und Exporte einzeln auf, setzt einen Termin für die Übergabe und bietest einen gemeinsamen Übergabetermin an. Die Mail geht an die Geschäftsführung der Agentur, nicht nur an den Kundenberater.
Betreff: Übergabe Social-Media-Konten und Materialien – Vertragsende [Datum]
Guten Tag [Name],
wie am [Datum] gekündigt, endet unsere Zusammenarbeit zum [Datum]. Für einen geordneten Übergang bitten wir bis zum [Datum, mindestens zehn Werktage vor Vertragsende] um Folgendes:
1. Bestätigung, welches Business-Portfolio beziehungsweise Business Center bei Meta, LinkedIn und TikTok als Eigentümer unseres Werbekontos, Pixels, unserer Seiten und Kataloge eingetragen ist – mit Konto-IDs.
2. Sofern Konten in Ihrem Portfolio liegen: Übertragung, wo die Plattform das vorsieht; andernfalls Export der Kampagnenstruktur als Tabelle.
3. Partnerzugriff für unser Business-Portfolio [ID] auf alle Konten, die uns betreffen, bis zum Abschluss der Übergabe.
4. Alle finalen Werbemittel und Videos in Originalauflösung sowie das Rohmaterial, das uns laut Vertrag zusteht, über [Übergabeweg].
5. Eine Aufstellung der Nutzungsrechte an diesem Material: Laufzeit, Kanäle, Creator, Musik- und Stocklizenzen.
6. Export der Kampagnenberichte auf Anzeigen-Ebene, monatlich, für die gesamte Laufzeit, sowie alle Monatsreports und Mediapläne.
7. Liste aller Personen und Partner mit Zugriff auf unsere Konten, damit wir Zugriffe zum [Stichtag] geordnet umstellen können.
Für offene Punkte schlagen wir einen Übergabetermin am [Datum] vor. Laufende Kampagnen laufen bis zum Vertragsende wie geplant weiter; Änderungen an Struktur oder Budget bitte vorher abstimmen.
Mit freundlichen Grüßen
[Name, Funktion, Unternehmen]
Zuerst der Vertrag: Laufzeit, Kündigungsfrist, automatische Verlängerung, Klauseln zu Herausgabe und Nutzungsrechten. Steht nichts drin, greifen gesetzliche Regeln – etwa die Kündigungsfristen für Dienstverhältnisse, die Herausgabepflicht bei Geschäftsbesorgung und im Urheberrecht die Zweckübertragung. Was davon auf deinen Fall passt, klärt ein Anwalt, nicht dieser Artikel.
Wir sehen uns das bestehende Werbekonto im Erstgespräch an und sagen, ob ein Wechsel etwas bringt. Dann arbeiten wir auf deinen Konten, nicht auf unseren, sichern die Historie, bauen in den ersten Wochen wenig um und ändern erst nach belastbaren Zahlen die Struktur. Ohne feste Laufzeit.
Die Konten, die wir von anderen Agenturen übernommen haben, haben uns mehr geprägt als die Kampagnen, die sofort liefen – weil dort immer dieselben Fehler standen: Neukunden und Bestandskunden in einer Anzeigengruppe, Zielgruppen ohne Quelle, Creatives ohne Testlogik. Auf unserer Startseite steht: „Bei einer etablierten Heimtiermarke haben wir nach der Übernahme von der Vorgänger-Agentur die Kampagnen-Ergebnisse verdoppelt.“ Zur Einordnung: Das war ein Konto mit laufendem Budget und viel brachliegender Struktur – wer schon sauber aufgestellt ist, verdoppelt durch einen Wechsel nichts, und wir versprechen diese Zahl niemandem.
Der Ablauf folgt dem Zeitplan oben, nur führen wir die Checkliste: Wir bereiten die Abfrage vor, du bleibst Absender, wir legen fehlende Eigentumsstrukturen in deinem Namen an und halten in den ersten Wochen still, wo die Zahlen laufen. Was wir danach anders machen, steht bei unseren Performance Ads.
Bei Meta nicht – aber prüfe erst, in welchem Portfolio es liegt. Manche Agenturen legen für jeden Kunden ein eigenes Business-Portfolio auf dessen Firmennamen an; dann gehört das Konto formal schon dir, und es reicht, dass jemand aus deinem Haus dort die volle Kontrolle bekommt. Liegt es im Portfolio der Agentur, hilft nur ein neues Konto.
Nur, wenn das Werbekonto wechselt. Bleibt das Konto dasselbe und ändert sich nur der Partnerzugriff, bleiben Historie, Zielgruppen und Pixel-Daten erhalten. Musst du Konto und Pixel neu anlegen, fängst du bei null an – dann zählt der Parallelbetrieb des neuen Pixels umso mehr.
Nicht als Absender. Alle Anfragen gehen von dir aus, die neue Agentur bereitet sie vor und prüft die Antworten. Einem Wettbewerber schuldet die alte Agentur nichts.
Frist setzen, schriftlich, mit Verweis auf den Vertrag. Parallel sichern, was du ohne sie kannst: Zahlungsmethode aus fremden Konten entfernen, eigenes Business-Portfolio und eigenen Pixel anlegen, Seiten und Instagram-Konto in dein Portfolio holen. Der Plattform-Support hilft dem Eigentümer.
Wir arbeiten für bezahlte Kampagnen ab rund 3.000 Euro Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir im Erstgespräch, ob du es besser selbst machst.
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Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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