
Fang nicht mit dem ersten Beitrag an, sondern mit einer Inventur: Zugänge sichern, einen einzigen Kanal wählen, auf dem deine Kunden schon sind, und eine Person im Betrieb benennen, die Material sammelt. Die Geschichten liefert dein Unternehmen selbst. Hilfe von außen lohnt sich vor allem bei Schnitt, Planung und Anzeigen, nicht bei der Frage, wer ihr seid.
Autor: Luca Bräunling, SKYLL GmbH · Stand: 03.11.2026
Dein Unternehmen gibt es seit Jahrzehnten, die Kunden kennen euch, der Vertrieb läuft über Beziehungen, Außendienst oder den Laden. Online sieht man davon wenig: eine Website und ein Instagram-Konto, dessen letzter Beitrag von der Weihnachtsfeier stammt. Hier steht, wie du anfängst, ohne jemanden einzustellen: eine Inventur-Checkliste für die erste Stunde, sechs Beitragsmuster im Wortlaut, eine klare Aufteilung, was im Haus bleibt und was du abgeben kannst, und sechs Fragen für das erste Gespräch mit einem Dienstleister.
Steht bei euch gerade die Übergabe an die nächste Generation an, lies zuerst Generationswechsel im Familienunternehmen. Dort geht es darum, während der Übernahme Zugänge und Stammkunden zu sichern. Dieser Artikel ist für Betriebe ohne diesen Anlass, die einfach sichtbarer werden wollen.

Weniger, als man denkt. 2025 nutzten 63 % der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten (ohne Finanzsektor und Landwirtschaft) irgendeine Form sozialer Medien, bei 10 bis 49 Beschäftigten waren es 59 %. Gleichzeitig sind inzwischen 42 % der 55- bis 64-Jährigen dort aktiv. Auch deine langjährigen Kunden erreichst du also dort.
| Zahl | Was sie sagt | Quelle |
|---|---|---|
| 63 % | Unternehmen in Deutschland ab 10 Beschäftigten, die soziale Medien nutzen (EU-Schnitt: 64 %) | Eurostat, Erhebung 2025 |
| 59 % | dasselbe bei Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten | Eurostat, Erhebung 2025 |
| 91 % | dasselbe bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten | Eurostat, Erhebung 2025 |
| 42 % | 55- bis 64-Jährige, die soziale Medien aktiv nutzen (2021: 29 %) | Destatis, März 2026, Daten 2025 |
| 25 % | dasselbe bei 65- bis 74-Jährigen (2021: 15 %) | Destatis, März 2026, Daten 2025 |
| 85 % | dasselbe bei 16- bis 24-Jährigen, also den künftigen Azubis | Destatis, März 2026, Daten 2025 |
„Nutzen“ heißt in der Eurostat-Erhebung im Kern, dass das Unternehmen dort ein Konto hat. Wie viele dieser Profile regelmäßig gepflegt werden, misst niemand. Rund vier von zehn Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten haben gar keins. Wer jetzt anfängt, ist in vielen Branchen und Regionen also nicht spät dran, sondern einer der ersten.
Wem die vorhandenen Konten gehören und was dort schon steht. In vielen Traditionsbetrieben hat irgendwann ein Azubi, eine Nichte oder eine frühere Agentur Profile angelegt. Bevor du Zeit in Inhalte steckst, musst du sicher sein, dass der Betrieb die Konten kontrolliert und dort nichts Veraltetes steht.
Die Inventur dauert eine Stunde:
Wie du Zugriffe von früheren Admins zurückholst, steht Schritt für Schritt im oben verlinkten Artikel zum Generationswechsel.
Mit dem, auf dem die Leute sind, die bei dir kaufen oder bei dir arbeiten sollen, und zunächst nur mit einem. Ein Kanal, der drei Monate lang jede Woche bespielt wird, zeigt dir mehr als vier Kanäle, die nach drei Wochen einschlafen. Die Tabelle hilft bei der Wahl.
| Deine Lage | Erster Kanal | Warum |
|---|---|---|
| Laden, Handwerk, regionale Dienstleistung, Kunden aus der Umgebung | Instagram und Facebook gemeinsam | Beide laufen über dieselbe Meta-Verwaltung. Ein Beitrag erscheint auf beiden, und Anzeigen lassen sich auf einen Umkreis um deinen Standort begrenzen. |
| Hersteller, Zulieferer, Dienstleister für andere Firmen | LinkedIn, zuerst das Profil der Geschäftsführung | Einkäufer und Entscheider lesen dort mit, und ein Mensch mit Namen wirkt persönlicher als eine Firmenseite. |
| Ihr sucht vor allem Fachkräfte und Azubis | Instagram, später Anzeigen auf Instagram und Facebook | Wer gerade nicht aktiv sucht, liest keine Jobbörse. Unter den 16- bis 24-Jährigen sind 85 % in sozialen Medien aktiv. |
| Endkundenprodukt, das auch Jüngere als eure Stammkunden ansprechen soll | Instagram, TikTok erst im zweiten Schritt | TikTok ist fast nur Video. Erst wenn der Ablauf auf Instagram steht, lohnt sich der zweite Kanal. |
Für Geschäftsführer im B2B-Geschäft steht der ganze Aufbau mit Profil-Checkliste und Beitragsmustern in LinkedIn für Geschäftsführer im Mittelstand.
Über das, was nur ihr habt: Geschichte, Menschen und die Art, wie ihr arbeitet. Produktfotos kann jeder Wettbewerber zeigen. Eure Werkstatt von früher, den Meister mit dreißig Jahren Erfahrung und die Frage, die Kunden euch am häufigsten stellen, kann er nicht zeigen. Sechs Muster, die du sofort verwenden kannst:
Beispiel: „Mit dieser Maschine hat mein Großvater angefangen. Sie läuft heute noch, jeden Freitag.“ Ein Gegenstand mit Geschichte macht Dauer sichtbar, ohne dass du schreiben musst, wie lange es euch gibt.
Beispiel: „Monika ist seit über dreißig Jahren bei uns. Wir haben sie gefragt, was sich in der Zeit am meisten verändert hat.“ Die Frage ist offen, die Antwort ist ihre eigene, und Stammkunden erkennen das Gesicht.
Beispiel: „Unsere Halle beim Einzug und heute. Gleicher Ort, gleiche Familie, andere Maschinen.“ Zwei Bilder nebeneinander und ein Satz. Das kostet zehn Minuten und braucht keinen Schnitt.
Beispiel: „Das werden wir am Telefon am häufigsten gefragt: Lohnt sich die Reparatur noch? Unser Meister antwortet.“ Wer genau diese Frage hat, bleibt stehen, und die Antwort zeigt Fachwissen, statt es zu behaupten.
Beispiel: „Der Auftrag, an dem wir fast gescheitert wären, und was wir daraus gelernt haben.“ Ein Problem mit Ausgang ist eine Geschichte, ein fertiges Produkt nur ein Foto. Frag den Kunden vorher, ob du ihn nennen darfst.
Beispiel: „Warum wir die Nähte immer noch von Hand prüfen, obwohl es dafür eine Maschine gibt.“ Eine begründete Gewohnheit zeigt Haltung, ohne dass du das Wort Qualität benutzen musst.
Jedes Muster funktioniert als Foto mit Text oder als Reel, also als kurzes Hochkantvideo. Material dafür findest du bei einem Rundgang durch den Betrieb: Jubiläumsschrift, alte Prospekte und Anzeigen, Fotos aus dem Büroschrank, Urkunden, das erste Firmenschild. Fotografier alles mit dem Handy ab und leg es in den gemeinsamen Ordner. Bevor du alte Fotos veröffentlichst, lies die Frage dazu unten in den häufigen Fragen.
Inhalt und Zugänge bleiben im Haus, Handwerk und Technik kannst du abgeben. Niemand außerhalb kennt eure Geschichte, eure Kunden und eure Fachantworten so gut wie ihr. Schnitt, Untertitel, Planung, Anzeigen und Auswertung dagegen erledigt ein Dienstleister, der das jeden Tag macht, schneller. Diese Aufteilung empfehlen wir:
| Aufgabe | Wer | Warum |
|---|---|---|
| Konten besitzen, Admin-Rechte halten | immer im Haus | Wer die Konten hat, hat die Kontakte. Ein Dienstleister bekommt Zugriff, nie das Eigentum. |
| Themen und Geschichten liefern | im Haus: Inhaber, Meister, langjährige Mitarbeiter | Das Wissen steckt in Köpfen, nicht in Ordnern. |
| Fotos und Clips im Alltag aufnehmen | im Haus, mit dem Handy | Wenn die neue Maschine geliefert wird, ist niemand von außen da. |
| Fachliche Antworten auf Kommentare und Nachrichten | im Haus, mit Vorlagen | Kunden merken, ob jemand antwortet, der sich auskennt. |
| Schnitt, Untertitel, Texte, Redaktionsplan | abgeben möglich | Handwerk, das Übung braucht und Zeit frisst. |
| Anzeigen einrichten, Zielgruppen, Budget steuern | abgeben möglich | Das Werbekonto bleibt auf euren Namen, der Dienstleister arbeitet darin. |
| Auswertung und Monatsbericht | abgeben möglich | Die Entscheidung, was ihr daraus macht, bleibt bei dir. |
Damit das klappt, braucht es einen festen Termin: 30 Minuten pro Woche, in denen eine Person im Betrieb den gemeinsamen Ordner sichtet, zwei, drei Themen auswählt und sie einplant oder weitergibt. Ob das intern, mit einem Freelancer oder mit einer Agentur besser läuft, vergleicht Agentur, Freelancer oder Inhouse. Kurz gesagt: Inhouse lohnt sich, wenn jemand da ist, der es wirklich kann. Ein Freelancer ist der schnellste Einstieg, hängt aber an einer Person. Eine Agentur kostet mehr und fällt bei Urlaub oder Krankheit nicht aus.
Daran, ob sie mit eurem Material arbeiten will statt mit Vorlagen von der Stange, und ob ihr am Ende alle Konten und Inhalte behaltet. Stell im ersten Gespräch die folgenden sechs Fragen. Wer bei zwei davon ausweicht, passt wahrscheinlich nicht zu euch, egal wie gut die Referenzen aussehen.
Was die einzelnen Posten am Markt kosten, von der reinen Beitragsbetreuung bis zur Anzeigensteuerung, steht in Was kostet Social-Media-Betreuung?
An dem, was im Betrieb ankommt: Anrufe, Anfragen, Bewerbungen, Ladenbesuche. Frag bei jeder neuen Anfrage, wie die Person auf euch gekommen ist, und führ dazu eine Strichliste. Follower und Likes zeigen nur, ob Inhalte gesehen werden, nicht, ob sie Kunden oder Bewerber bringen.
Die Strichliste braucht drei Spalten: Datum, was reinkam (Anfrage, Bewerbung, Besuch) und die Antwort auf „Wie sind Sie auf uns gekommen?“. Leg sie neben das Telefon oder an die Kasse. Nach drei Monaten siehst du, ob „auf Instagram gesehen“ öfter vorkommt als am Anfang.
Ein Beispiel aus einem früheren Projekt: Für Betten Fürstenberger, ein Fachgeschäft in Wiesloch, haben wir Website, Facebook- und Instagram-Auftritt, Google-Suchanzeigen und die Terminvereinbarung im Laden zusammen aufgesetzt. Über drei Monate kamen über 259 % mehr Besucher in den Laden. Diese Zahl ist aus allen vier Bausteinen zusammen entstanden, nicht aus Social Media allein, und sie hängt an Ausgangslage, Sortiment und Region. Für deinen Betrieb ist sie kein Richtwert. Sie zeigt aber, worauf man misst: auf Besuche, nicht auf Likes.
Nicht als Erstes, aber oft später. Auch ein Zulieferer hat Stoff für Instagram: den Messestand, die neue Anlage, den ersten Tag der Azubis. Zielgruppe sind dann eher künftige Bewerber und ihre Eltern als Einkäufer. Die LinkedIn-Unternehmensseite läuft daneben weiter, für Stellenangebote und Neuigkeiten.
Nein. Hände bei der Arbeit, eine Stimme aus dem Off oder ein langjähriger Mitarbeiter tragen auch. Wichtig ist, dass immer wieder dieselben Gesichter oder Stimmen auftauchen, damit man euch wiedererkennt. Wer gar nicht gezeigt werden will, sollte auch nicht überredet werden.
Nicht ungeprüft. Jemand hat das Foto gemacht, und wer darauf zu sehen ist, hat Rechte am eigenen Bild. Bei Aufnahmen eines Berufsfotografen und bei erkennbaren Personen, etwa früheren Mitarbeitern, klärst du die Nutzung vorher. Das ist keine Rechtsberatung.
Als Materialsammler ja, als einzige Verantwortliche selten. Das Problem ist meist nicht das Können, sondern die Zeit neben der eigentlichen Arbeit und die Zugänge: Geht die Person, gehen oft auch die Konten mit. Wenn ihr es so macht, dann mit Konten im Business-Portfolio des Betriebs und festen Stunden im Wochenplan.
Wenn ein paar Wochen lang Beiträge laufen und du siehst, welche Themen Reaktionen bekommen. Dann bewirbst du gezielt genau diese, im Umkreis oder an eine bestimmte Zielgruppe. Ohne Inhalte, die schon tragen, bezahlst du für Reichweite auf etwas, das niemand sehen will.
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Für Marken und etablierte Unternehmen, die bereits verkaufen. Für bezahlte Kampagnen arbeiten wir ab rund 3.000 € Mediabudget im Monat, das Agenturhonorar kommt getrennt dazu. Darunter sagen wir dir ehrlich, ob du es besser selbst machst.

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